I. Kunst auf Reisen

Einst musste, wer berühmte Kunstwerke sehen wollte, auf Reisen gehen. Das Ausleihen war unüblich und hochriskant. Heutzutage gehen die Kunstwerke auf Reisen. Das ist längst üblich, aber riskant ist es noch immer.

II. Stets gefährdet

Kunstwerke sind fragil, temperaturempfindlich, vertragen keine Erschütterungen, ihre Materialien verändern sich, Farben lassen in der Leuchtkraft nach, Holz reißt, Textilien altern, Metall rostet. Die Gefahr, dass sie beschädigt werden, nimmt mit jedem Transport zu. Das gilt für den Weg vom Depot in die Ausstellungsräume und erst recht, wenn es zu einer Ausstellung in ein anderes Haus, eine andere Stadt oder ein fernes Land geht.

III. Gegen alle Risiken

Ein Versicherung verspricht Geld für die teure Restaurierung bei Schäden. Oder eine finanzielle Entschädigung für das, was nicht zu retten ist. Deshalb ist im Leihverkehr zwischen Museen, Sammlern und Ausstellungshäusern eine Versicherung "von Nagel zu Nagel" ("nail-to-nail"), die alle Risiken abdeckt, die Regel.

IV. Schaden und schützen

Wurde diese Versicherung für den Transport vom Nagel, an dem das Bild hängt, zum Nagel, an den es am Leihort gehängt wird, abgeschlossen, betrifft sie alle Schäden, die auf diesem Weg eintreten können, bis hin zu Diebstahl, Raub oder Verkehrsunfällen. Gilt die Versicherung für Hin- und Rückweg, kommen auch Beeinträchtigungen am Ausstellungsort hinzu. Das können Diebstahl und Raub, Feuer und Beschädigungen durch Besucher sein. Vorausgesetzt, der Leihnehmer sorgt für den richtigen Schutz der Leihgabe.

V. Ausgeschlossen

Der Versicherungsfall tritt unabhängig davon ein, was den Schaden verursacht hat. Allerdings gibt es in der Regel auch Ausschlussklauseln. Dazu gehören etwa Naturkatastrophen, Beschlagnahme, Krieg oder politische Unruhen. Und alles, was als "grob fahrlässig" gilt, also eine unsachgemäße Verpackung oder unzureichende Bewachung. Die Versicherungsprämie kann aufgrund der gestiegenen Preise für Kunstwerke – und damit der Versicherungswerte – leicht ein Viertel bis ein Drittel des Ausstellungsetats verschlingen.