In Rio de Janeiro gewann sie 2016 olympisches Gold, in Wien wurde sie 2017 Weltmeisterin: Laura Ludwig begeisterte mit ihrer Partnerin Kira Walkenhorst ein Millionenpublikum für Beachvolleyball. Sie avancierte zu einer der bekanntesten Athletinnen Deutschlands. Im Sommer brachte sie einen Sohn zur Welt. Jetzt ist die 32-Jährige wieder ins Training eingestiegen, unterstützt vom Vater des kleinen Teo Johnsten, dem Schotten und Beachvolleyballtrainer Imornefe Bowes.

DIE ZEIT: Guten Tag Frau Ludwig, wie geht es Ihnen und Teo?

Laura Ludwig: Uns geht’s gut – mittlerweile kann ich sogar sagen: sehr gut. Die Anfangszeit war ein bisschen schwieriger, das Einstellen auf die Familie ist wirklich eine Herausforderung. Ich sage nur zu allen Muttis und Vätern: Respekt hoch zehn! Jetzt weiß ich, was meine Eltern durchgemacht haben! (lacht) Aber es ist extrem schön – und es wird immer schöner.

ZEIT: Ist Ihr Sohn sehr aktiv?

Ludwig: Sehr lebhaft, sehr, sehr neugierig, er will alles mitkriegen. Teo sträubt sich gegen Schlaf am Tag, aber dafür wird er abends sehr müde, was unsere Nacht wiederum vergleichsweise angenehm macht.

ZEIT: Passt das mit Ihrer Rückkehr in den Beachvolleyball zusammen?

Ludwig: Der Plan war, dass ich erst mal auf meinen Körper höre und reagiere, sobald ich Hummeln im Hintern habe oder das Gefühl, zu schlapp zu sein. Aber seit einigen Wochen mache ich wieder jeden Tag Sport. Erst mal nichts Wildes: Fahrradfahren, Stabilisierungstraining, der berühmte Beckenboden – da kommt einiges zusammen, bevor ich mich wieder richtig ins Training werfen kann. Inzwischen bin ich auch wieder im Sand.

ZEIT: Was war das für ein Gefühl?

Ludwig: Es hat tierisch viel Spaß gemacht, und ich habe mich besser bewegt, als ich das von mir erwartet hätte. Aber wir haben auch erst mal piano angefangen, es ging mehr um Technik – das ist momentan perfekt für meinen Körper. Wir haben wirklich in niedrigster Intensität trainiert, und ich habe trotzdem am nächsten Morgen jeden Muskel gespürt.

ZEIT: Wann waren Sie denn das letzte Mal am Netz?

Ludwig: Beim letzten Mal auf dem Feld war ich, glaube ich, im achten Monat. Aber das waren eher so Ballkontakte, als dass ich mich da wirklich rumbewegt habe.

ZEIT: Kerri Walsh, die dreifache Olympiasiegerin, die Sie ja gut kennen, holte ihren jüngsten Titel in London 2012 in der fünften Schwangerschaftswoche.

Ludwig: (lacht auf) Also ich habe mich während der ersten drei Wochen der Schwangerschaft richtig schwanger gefühlt, war oft müde und träge. Ich musste immer mal wieder Trainingseinheiten weglassen, denn ich war platt. Mein Körper hat sich extrem umgestellt. Ich hätte keine Turniere spielen können, und es war auch ganz gut, dass ich es nicht musste.