Als Johann Nepomuk Berger 1933 mit 88 Jahren in seiner Heimatstadt Graz starb, widmete ihm die Wiener Schachzeitung einen höchst ehrenden Nachruf: "Das einzigartige Kennzeichen seiner Begabung war seine Universalität. Vielleicht zum letzten Mal in der Geschichte des Schachspiels hatten sich bei Berger die einzelnen Zweige unserer Kunst in einer Person zur harmonischen Einheit verschmolzen. Im Partieschach, Problemschach und Endspiel war er in gleicher Weise Meister und Führer [...]. Nach Berger wird es einen Leonardo da Vinci des Schachs kaum mehr geben!"

Der "aus ärmsten Verhältnissen stammende Emporkömmling" (so Michael Negele im "kulturellen Schachmagazin" Karl) arbeitete sich nicht nur beruflich mit ungeheurem Fleiß autodidaktisch hoch, sondern war schon mit 27 Prokurist und Firmengesellschafter, verfasste dann Lehrbücher über Buchhaltung und Handelswesen, bis er schließlich Professor an der Technischen Hochschule wurde. Zudem schrieb er auch Bahnbrechendes in seinen Werken Theorie und Praxis der Endspiele und Das Schachproblem. Vieles davon freilich verfocht er dogmatisch streng und anmaßend, gelten mussten seine Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Kein Wunder, dass er in den Ruf eines "Beckmessers und unduldsamen Reaktionärs" kam, man sogar von der "Diktatur Johann Berger" sprach.

Mit welcher Raffinesse kann Weiß am Zug in dieser von ihm komponierten Studie trotz des schwarzen Freibauern kurz vor der Umwandlung ein Remis erzwingen?

Lösung aus Nr. 46:

Wie wäre der Bauernraub 1...Txh5 furchtbar von Weiß bestraft worden?

Nach 2.Sg4! ist Schwarz rettungslos verloren. Auf 2...Txf5 erobert die Springergabel 3.Sh6+! den Turm (mit baldigem Matt), auf 2...Txh1 setzt 3.Sf6+! Kh8 4.Txh1 gleich matt