1 (–) Eva Illouz: Warum Liebe endet
A. d. Engl. v. Michael Adrian; Suhrkamp; 447 S., 25,– €

Die Soziologin Eva Illouz geht in ihren Büchern der Frage nach, ob es eine Liebe geben kann jenseits der Erfüllung kapitalistischer Versprechen. In "Warum Liebe endet" gibt sie dem Thema eine ganz andere Perspektive und erforscht, was in romantischen Hollywood-Filmen keinen Platz hat: Sie schreibt über das Ende der Liebe. Eine erhellende Studie, die das moderne Liebeskonzept radikal hinterfragt. 137 Punkte




2 (–) Leslie Jamison: Die Klarheit
A. d. Engl. v. Kirsten Riesselmann; Hanser Berlin; 638 S., 28,– €

Alkohol ist die Gesellschaftsdroge Nummer eins. Aber warum trinkt man eigentlich? Um die eigenen Schwächen zu verbergen? Um Probleme zu vergessen? Um sich besser zu fühlen? Die Amerikanerin Leslie Jamison schildert in ihrem sehr persönlichen Essay, warum sie sich fast um den Verstand getrunken hat – und was ihre Rettung war. Ein ehrliches Buch, das die Droge Alkohol von ihrem Mythos befreit. 109 Punkte




© Suhrkamp

3 (–) Philip Manow: Die Politische Ökonomie des Populismus
edition Suhrkamp; 160 S., 16,– €

Der Populismus geht um in Europa. Dabei kann er sich in rechtsnationalem oder linkem Gewand zeigen. Doch was ist den beiden Tendenzen gemein? Und wie ist deren Nähe zu erklären? Der Bremer Politologe Philip Manow liefert hierzu eine vergleichende Analyse. Und zeigt: Wer von Populismus reden will, muss die ökonomischen Verhältnisse verstehen, in denen wir leben. 73 Punkte




4 (2) Wilhelm Heitmeyer: Autoritäre Versuchungen. Signaturen der Bedrohung
Suhrkamp; 394 S., 18,– €

Der Bielefelder Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer warnt seit 2001 vor dem Erstarken rechtspopulistischer Kräfte. In seinem neuesten Band zeigt er auf, warum sich seine Prognosen bewahrheitet haben. Für Heitmeyer ist klar: Die Globalisierung hat den Menschen die Kontrolle über soziale Fragestellungen genommen. Nur wer die Gründe der aktuellen Krise erkennt, kann den autoritären Kapitalismus noch stoppen. 35 Punkte

© S. Fischer

4 (–) Volker Ullrich: Adolf Hitler. Die Jahre des Untergangs 1939–1945
S. Fischer; 896 S., 32,– €

Der Zeithistoriker Volker Ullrich stellt in seiner Hitler-Biografie eine provokante Frage: Wäre der Holocaust auch ohne den Diktator möglich gewesen? Auf Basis aktueller Quellen macht er klar, dass sich der NS-Staat nur dank der breiten Unterstützung der Bevölkerung halten konnte. Zudem diskutiert er die Gründe für Hitlers Fall und präsentiert den Status quo der NS-Forschung. 35 Punkte



© Klett-Cotta

4 (–) Ulinka Rublack: Der Astronom und die Hexe. Johannes Kepler und seine Zeit
Klett-Cotta; 409 S., 26,– €

Der Astronom Johannes Kepler erhält 1615 die Nachricht, dass seine Mutter wegen Hexerei angeklagt wurde. Kepler macht sich auf, um die Verteidigung seiner Mutter vor Gericht zu übernehmen. Die Historikerin Ulinka Rublack rekonstruiert den Fall und zeigt eine faszinierende Welt im Wandel, zwischen Naturwissenschaft und Magie, vernunftgeleiteter Moderne und dem Terror der Hexenverfolgung. 35 Punkte

© S. Fischer

7 (–) Roger Willemsen: Musik! Über ein Lebensgefühl
S. Fischer; 512 S., 24,– €

Dieser Band würdigt den 2016 verstorbenen Schriftsteller Roger Willemsen in seiner Eigenschaft als Musik-Enthusiast. Die Musik war sein wichtigstes Genre – Willemsen nahm nichts so ernst wie den Jazz oder die Klassik. Nun gibt es Willemsens brillante Aufsätze über seine wichtigste Liebhaberei, die den bislang größten deutschen Essayisten des 21. Jahrhunderts zurück ins Gedächtnis holt. 28 Punkte





© Suhrkamp

8 (–) Masha Gessen: Die Zukunft ist Geschichte
A. d. Engl. v. Anselm Bühling; Suhrkamp; 639 S., 26,– €

Die US-amerikanische Autorin Masha Gassen erzählt die Geschichte Russlands von den Achtzigerjahren bis heute, indem sie vier Menschen der Generation 1984 porträtiert. Dabei fragt sie, wie sich das ex-sowjetische Land, trotz hehrer Demokratie-Versprechen, in ein Paradies für Oligarchie und Korruption verwandeln konnte. Ein Russland-Buch, das man gelesen haben muss, um den Osten zu verstehen. 22 Punkte





© Rowohlt Berlin

9 (–) Raj Patel/Jason Moore: Entwertung. Eine Geschichte der Welt in sieben billigen Dingen
A. d. Engl. v. Albrecht Schreiber; Rowohlt Berlin; 352 S., 24,– €

Die Welt wird entwertet: Nichts scheint mehr vor dem menschlichen Zugriff geschützt zu sein. Aber warum zerstören wir uns selbst? Warum schafft sich der Mensch freiwillig ab? Der Ökonom Raj Patel und der Soziologe Jason Moore zeigen, wie die Welt an unserem Konsum zugrunde geht – und wie wir aus dem Teufelskreis der Billig-Ökonomie ausbrechen können. Ein Buch gegen den Zeitgeist. 21 Punkte



© Kiepenheuer & Witsch

10 (4) Virginie Despentes: King Kong Theorie
A. d. Franz. v. Claudia Steinitz u. Barbara Heber-Schäfer; KiWi; 160 S., 9,99 €

Virginie Despentes schreibt für die Unzufriedenen, die Ausgegrenzten, für die, die in keine Schublade passen. Ihr historischer Essay wurde neu übersetzt – und beweist, wie zeitgemäß er ist. Ein Vorgriff auf die Thesen von Margarete Stokowski; ein wütendes Pamphlet gegen Männlichkeitswahn und die Beschränkung des Menschen auf Geschlechter- und Rollenklischees. Aktueller denn je. 20 Punkte




10 (–) Roland Schulz: So sterben wir. Unser Ende und was wir darüber wissen sollten
Piper; 240 S., 20,– €

Was passiert, wenn wir sterben? Was passiert mit dem Körper, wenn wir tot sind? Wie entstehen Trauer und Schmerz? Und wie gehen wir damit um? Der Journalist des SZ-Magazins verfolgt die Reise des Körpers von der Leichenschau bis zur Bestattung und stellt die Frage, was der Tod für jene bedeutet, die zurückbleiben. Eine der aufwendigsten und akribischsten Studien über das Sterben. 20 Punkte