Als der Inder Viswanathan Anand 2008 in der Bonner Bundeskunsthalle den WM-Kampf gegen den Russen Wladimir Kramnik gewonnen hatte, sagte er überglücklich: "Mein Kopf ist in den Wolken!" Natürlich waren diese "Bonner Wolken" für seinen Kopf ungleich bekömmlicher als jene 1995 in New York, als er das sogenannte "Duell in den Wolken" auf der Aussichtsplattform des World Trade Center gegen Garri Kasparow verloren hatte.

Jeder, der sich Schach zum Lebensinhalt erkoren hat, strebt nach Höherem. Selbstverständlich auch Alexander Rjasanzew, der Jugendweltmeister U12 war und schon mit 16 Großmeister wurde. Den Weltmeistergipfel wird der 33-jährige Russe wohl nicht mehr erklimmen, zumal er seinen Kopf auch noch in andere als Schachbücher steckt und beispielsweise in der "schachfremden" Biologie promoviert hat.

Doch einen anderen Gipfel erklomm er sehr wohl. Unter schwierigen Wetterbedingungen kletterte er mit Kameraden in einem zehnstündigen Aufstieg auf den höchsten Berg des Kaukasus und Russlands, den 5642 Meter hohen Elbrus, einen der gefährlichsten Berge der Welt, wobei eine Partie Schach in dieser schwindelnden Höhe das Gipfelerleben abrundete. Diese Partie ist nicht überliefert, sehr wohl aber die gegen Dmitri Bocharow vom Russischen Superfinale 2016 in Nowosibirsk, das er vor den Favoriten Grischuk, Tomaschewski und Swidler gewann.

Wie erzwang Rjasanzew als Weißer mit einem beherzten Opfer ein baldiges Matt?

Lösung aus Nr. 48:

Wie drang Weiß opferbereit ins schwarze Königslager ein?

Mit 1.Sh5!. Nun verbietet sich 1...gxh5 2.De4! nebst Einschlag auf h7 (2...f5 3.exf6 e.p.). Schwarz zog 1...exd5, musste aber nach 2.Sf6+ Kg7 3.Df4! wegen des Dameneinfalls auf h6 aufgeben