Worum geht es?

In Paris einigten sich die Regierungen 2015 auf ein rechtsverbindliches globales Abkommen, um den Klimawandel zu stoppen. Es machten sogar die größten Verschmutzer mit: China und die USA. Auf dem Weltklimagipfel, der an diesem Sonntag im polnischen Katowice beginnt, soll das Vorhaben umgesetzt und ein "Pariser Regelbuch" verabschiedet werden mit Berichterstattungs-, Transparenz- und Rechenschaftspflichten. Zwei Wochen lang werden Minister und Diplomaten aus 195 Ländern über zahllose Paragrafen brüten. Denn ohne Regeln kein funktionierendes globales Abkommen.

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Was sind die wichtigsten Streitpunkte?

Wie so oft wird ums Geld gekämpft. Die Entwicklungsländer haben zur Erderwärmung so gut wie nichts beigetragen, leiden aber am meisten unter ihr. Damit sie beim Klimaschutz mitmachen, haben die reichen Länder ihnen in Paris 100 Milliarden Dollar an Hilfen zugesagt. Doch Donald Trump will nicht zahlen. Unklar ist, wie die Lücke gestopft wird. Außerdem muss der Klimaschutz-Fonds, der schon viele Projekte ermöglicht hat, neu gefüllt werden. Streit gibt es auch über die Transparenz-Anforderungen im Regelbuch. Einige Länder wie China wollen sich so wenig wie möglich in die Karten gucken lassen.

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Wer sind die größten Quertreiber?

In den USA regiert inzwischen Kohlefreund Trump, in Brasilien wurde soeben ein Präsident gewählt, der den Urwald abholzen will und damit droht, wie die USA aus dem Pariser Abkommen auszusteigen. Unklar aber ist noch: Ist Trump die verhasste Konferenz egal, oder wird er versuchen, einen Pakt der Verhinderer zu schließen? Wer bildet ein Gegengewicht zu ihm, China vielleicht? Viele Regierungen hoffen auf die EU. Doch wie glaubwürdig ist eine Gemeinschaft, in der das ökonomisch stärkste Mitglied die eigenen Klimaziele verpasst und eher bremst? Ausgerechnet Deutschland, das lange als globaler Vorreiter beim Klimaschutz galt, könnte in Katowice seinen guten Ruf endgültig verlieren. Weltweit hat sich herumgesprochen, dass Berlin bei globalen Verhandlungen zwar engagiert auftritt, aber die eigenen Hausaufgaben vernachlässigt.

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Was kann erreicht werden?

Ginge es nach Patricia Espinosa Cantellano, der Generalsekretärin des UN-Klimasekretariats, dann müsste jetzt auf dem Gipfel in Katowice ein "Paris 2.0" gelingen: strenge Regeln – und mehr Geld für arme Länder. Vor allem aber: neue, verbindliche Zusagen vieler Regierungen, mehr CO₂ einzusparen als bisher vorgesehen.

Zwar haben fast alle Staaten einen eigenen "nationalen Aktionsplan", der konkrete Zahlen für die Emissionsminderung nennt. Rechnet man sie zusammen, reicht das aber nicht. Bessert also niemand nach, wird die Menschheit so viele Klimagase freisetzen, dass sich die durchschnittliche Temperatur weit über die im Pariser Abkommen maximal erlaubten zwei Grad erhöht. Das aber, sagen die Klimaforscher, hätte dramatische Wetterveränderungen zur Folge: mehr Dürren und Flächenbrände, mehr tropische Stürme, Überschwemmungen und Erosionen.

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