Ich weiß nicht viel über Schweden, aber ich weiß, dass es im Schwedischen ein Personalpronomen für das dritte Geschlecht gibt: hen. Darauf bin ich neidisch. Außerdem ist das Land, so sagt man, Vorreiter in Sachen Feminismus. Als die glamouröse schwedische Rapperin Silvana Imam am Anfang der nach ihr benannten Dokumentation auf ihr "ekliges Land" schimpft, während sie in der Lichtung eines Waldes ihren schlangenartigen Rücken entblößt, fragte ich mich also, was ihr Problem ist. Sie hat doch die Charts gestürmt mit Texten wie "Ich mache deine Mutter gay" und "Gott sei Dank bin ich ein Homo". Aber dann erreichten bei der diesjährigen Wahl in Schweden die Rechtspopulisten ihr historisch bestes Ergebnis, und ich schämte mich, dass ich die Wut der Künstlerin nicht ernst genommen hatte.