"Wir sind die Gewinner der Geschichte!" Als Angela Merkel vor 18 Jahren in Essen den Vorsitz der CDU übernimmt, klingt das wie pure Beschwörung. Denn die Partei fühlt sich damals – nach dem Machtverlust 1998, der Spendenaffäre und dem Fall ihres Übervaters Helmut Kohl – eher wie die Verliererin der Geschichte. Nur deshalb bekommt die protestantische, milieufremde Frau aus dem Osten ja überhaupt ihre Chance, an die Spitze der katholisch-patriarchalen, westdeutsch dominierten Partei zu treten. Also übernimmt Merkel das historische Selbstbewusstsein der CDU, um es der niedergeschlagenen Partei im Moment ihrer bislang tiefsten Krise zurückzuspiegeln: "Die CDU war immer auf der richtigen Spur. Wir sind die Gewinner der Geschichte. Unsere Bilanz der letzten 50 Jahre stimmt."