I. Jeder Bieter zahlt

Die Versteigerung beginnt mit einem Mindestpreis. Jeder Bieter muss seinen Steigerungsbetrag sofort in eine Kasse einzahlen. Das gilt für jedes höhere Gebot. Den Zuschlag erhält, wer als Letzter geboten hat. Ihn kostet das Objekt also die Summe der Beträge, die er für ein jeweils höheres Gebot einzusetzen bereit war. Die Unterbieter erhalten ihre Einsätze nicht zurück. Amerikanische Auktionen gehören zu den all pay- Auktionen, bei denen jeder Bieter zum Endergebnis beiträgt. Da der Erlös stets über dem Zuschlag und oft erheblich über dem Waren- oder dem Kunstwert liegt, finden solche Auktionen oft bei Wohltätigkeitsveranstaltungen statt. Als gewerbliche Auktionen sind sie nach deutschem Recht nicht erlaubt.

II. Zeitlimit oder Höchstpreis

Damit möglichst viel Geld zusammenkommt, kann festgelegt werden, wie hoch der Steigerungsbetrag mindestens sein muss. Um es spannender zu machen, werden manche Versteigerungen zeitlich begrenzt – die Dauer wird den Bietern allerdings nicht bekannt gegeben. Dann erhält den Zuschlag, wer bei Zeitablauf das letzte Gebot abgegeben hat. Auch kann zuvor ein Höchstpreis verabredet werden, um zu verhindern, dass prestigegeprägte Rivalitäten in endloses Überbieten ausarten.

III.Von Anfang an mitbieten

Zu den Fairness-Regeln einer solchen Auktion gehört es, nur dem den Zuschlag zuzugestehen, der von Anfang an mitgeboten hat. Damit wird verhindert, dass sich jemand mit geringem Einsatz durchsetzt, nur weil die meisten Bieter ausgestiegen sind – obwohl sie bereits viel Geld in die Kasse gezahlt haben.

IV.Geldschneiderei

Mit amerikanischen Auktionen dürfen jene One-Cent- oder Penny-Auktionen, die im Internet allenthalben Schnäppchen versprechen, nicht verwechselt werden – obwohl auch dort für jedes Gebot bezahlt werden muss. Wer dabei mitbieten will, muss erst Gebotspunkte kaufen. Pro Gebot kosten sie gewöhnlich 50 bis 75 Cent. Auf den Endpreis wird das jedoch nicht angerechnet. In einem besonders spektakulären Fall wurden für einen Gegenstand, der schließlich 1.299 Euro kostete, zuvor insgesamt Gebotspunkte im Wert von 17.798 Euro gekauft. Das Missverhältnis zwischen den verlorenen Einsätzen der erfolglosen Bieter, dem Warenwert und dem Gewinn der Internetplattform ist so extrem, das sich das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg damit befassen musste. Das Urteil: Bei Online-Cent-Auktionen handele es sich wegen des vorgeschalteten Gebotsrechtserwerbs nicht um eine Auktion, sondern um ein hierzulande nicht erlaubtes Glücksspiel.