Das Jahr – und damit der 150. Geburtstag des Bamberger Schachclubs 1868 – neigt sich dem Ende zu. Deshalb schnell noch einmal ein Blick in dessen wunderbare Chronik mit dem enigmatischen Titel Das Haar muss ziehen!, in der auch das Büchlein Humor im Schach von Hieronymus Fischer, Vereinsvorsitzender von 1894 bis 1919 und Problemkomponist, abgebildet ist.

Im Schlusswort des Rechtsanwalts Max Weiss heißt es da: "Du Bamberg im Lande Bayern bist zwar klein unter den Tausenden Deutschlands" – so möchte ich den Propheten (Michäas 5,2) variierend ausrufen – "aber sicherlich nicht die geringste unter den schachspielenden Städten Deutschlands; denn du beherbergst zwei der bedeutendsten Problemmeister der Gegenwart: Korrektor Franz Schrüfer und Gymnasiallehrer Hieronymus Fischer." Letzterer – unter dem Namen "Turnfisch" allgemein beliebt und bekannt – stand wohl nicht selten, in ein Problem vertieft, mit einem Taschenschach in der Ecke des Turnsaals des Franz-Ludwig-Gymnasiums, während die Buben straflos herumtollen durften.

Bevor Sie sich seinem "Mat (sic!) in 8 Zügen" zuwenden, beherzigen Sie bitte seine Mahnung, "im Aufgabenlösen die Geduld einer Spinne, die Umsicht und den Spürsinn eines Indianers und die Ausdauer eines indischen Fakiers zu entwickeln".

Weiß zieht an und setzt im achten Zug matt, wobei der schwarze König auf seinem Leidensweg noch leckere Henkersmahlzeiten serviert bekommt. Wie geht’s?

Lösung aus Nr. 49:

Wie zerschlug Weiß siegreich die schwarze Königsfestung?

Mit dem Turmopfer 1.Txf7+!. Nach 1...Kxf7 (1...Ke8 2.Dg6 ist hoffnungslos) 2.Dg6+ Kf8 3.Dxe6 Lf6 (es drohte 4.Dg8 matt) 4.Lg6! (droht 5.Df7 matt) gab Schwarz wegen 4...Dc7 5.La3+! auf