Ich erinnere mich an einen Bekannten, der eines Tages mit einem Gipsarm auftauchte. Er war aus dem Bett geplumpst, allerdings nach einer durchzechten Nacht, und es war nicht sein eigenes Bett gewesen. Erschwerend kam hinzu, dass es eines dieser Hochbetten war, die damals in Studentenwohnungen verbreitet waren.

Auch Erwachsene können also aus dem Bett fallen, aber das passiert extrem selten, wenn weder Alkohol noch andere Drogen im Spiel sind. Der Grund ist, dass auch im Schlaf unsere Sinne nicht völlig abgeschaltet sind. Die sogenannte Propriozeption, also die Wahrnehmung unserer Körperposition, funktioniert weiterhin, und wenn ein Arm oder Bein aus dem Bett hängt, wird das sofort ans Gehirn gemeldet. Zudem ist im Schlaf unser Bewegungsapparat fast komplett abgeschaltet – im Tiefschlaf bewegen wir uns gar nicht. Die größeren Positionsverlagerungen passieren im Halbschlaf; darin nehmen wir viel von unserer Umgebung wahr, woran wir uns am nächsten Morgen nicht mehr erinnern.

Allerdings müssen wir diese Kontrolle über unseren Körper erst lernen, deshalb fallen kleine Kinder oft aus dem Bett, sofern diese keine Gitter haben. Im Alter nimmt die Gefahr dann wieder zu, Medikamente oder Demenz können die Ursache sein. Tatsächlich ist das Aus-dem-Bett-Fallen eine der häufigsten Ursachen für schwere Verletzungen bei alten Menschen.

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