Mit der Art Basel Miami Beach endet die Kunstmesse-Saison im aktuellen Jahr. Wie viele dann 2018 genau stattgefunden haben, vermag niemand zu sagen: Das Messegeschäft ist inzwischen völlig verästelt, allein rund um das Hauptevent in Miami gruppieren sich gut 20 parallele Verkaufsevents. Auch in Deutschland wächst die Zahl der Messen für aktuelle Kunst. Hier gründete der Verein progressiver deutscher Kunsthändler 1967 mit der Art Cologne die erste derartige Messe überhaupt. Und obwohl Konkurrenten wie die Art Basel mit ihren drei Standorten in Basel, Hongkong und eben Miami der Art Cologne in ihrer Bedeutung für die Kunstszene und den Markt im Lauf der Jahre den Rang ablaufen konnten, behaupten sich die Messen in den deutschen Metropolen.

In Berlin wurde Ende der Neunzigerjahre das Artforum Berlin gegründet, dem sich bald die Preview als Satellitenmesse hinzugesellte. Das Artforum ging 2010 ein, von da an war die Berliner Galeristengründung Art Berlin Contemporary (abc) die Hauptmesse, und die Preview formierte sich als Positions neu. Inzwischen ist Berlins zentrale Kunstmesse in den Händen der Art Cologne, die sie in Art Berlin umbenannt und kommerziell erfolgreicher gemacht hat. Sie selbst bekam 2017 Konkurrenz am Rhein: Mit der Art Düsseldorf fand im November zum zweiten Mal eine Messe für Kunst nach 1945 statt, deren Teilnehmer und Besucher sich mit denen der Kölner Messe überschneiden. Im Südwesten etablierte sich ab 2004 die Art Karlsruhe, die im Bereich der klassischen Moderne und Nachkriegskunst ein überregionales Publikum anzieht.

In Frankfurt kämpfte bis 2005 die Art Frankfurt um die Sammlergunst. Sie wurde in den beiden Folgejahren von dem avantgardistischen Format Fine Art Fair Frankfurt abgelöst, das bei den Besuchern nicht so gut ankam. Im November gab es mit der Discovery Art Fair nun eine Neugründung mit populärer Ausrichtung. Messedirektor Jörgen Goltz bringt Erfahrung mit: Seit 14 Jahren veranstaltet er die Berliner Liste, auf der auch Künstler selbst ausstellen dürfen – was bei den etablierten Wettbewerbern nicht möglich ist. In Köln hat die Expansion schon funktioniert, die dortige Tochtermesse fand bereits zum fünften Mal statt.

Dass in Berlin und Köln nun ab 2019 auch die Discovery Art Fair angekündigt wird, heißt zwar nicht, dass es zwei weitere Messen geben wird: Goltz benennt die Vorgänger an Rhein und Spree einfach um. Dass aber die Branche weiter ausbaufähig ist, hat mit den Galerien wie den Besuchern der einzelnen Messen zu tun. Gerade in Deutschland unterscheiden sie sich, was das Profil anbelangt, immer noch wohltuend voneinander.