Manchmal verbergen sich menschliche Abgründe da, wo man sie nie vermuten würde. Bei ihr etwa hätte man gedacht, dass sie mit großer Liebe für ihre Kinder da gewesen sei, doch weit gefehlt. Die öffentliche und die private Person hatten nur wenig gemein.

Da war zunächst die versierte Wissenschaftlerin: Promoviert in Philosophie, Soziologie und Psychologie, traute sie es sich zu, die irdischen Götter ihrer Zunft zu hinterfragen. Dabei verstand sie sich als Anwältin für die Schwächsten, verteidigte sie gegen Unrecht und Gewalt, beschrieb die fatalen Mechanismen, die Opfer später oft selbst zu Tätern werden lassen: "Das Fehlen oder die Gegenwart eines helfenden Zeugen in der Kindheit entscheidet darüber, ob ein misshandeltes Kind zum Despoten wird oder zum Künstler, der über Leiden berichten kann."

Und andererseits war da die private Person, traumatisiert von Verfolgung und Krieg, gefangen im Kokon aus Verdrängung und Angst. Die Geburt des ersten Kindes überforderte sie so sehr, dass sie es nach der Geburt und danach wiederholt weggab, zu Verwandten, in ein Heim, ins Internat. Aber auch in den Jahren, in denen die Familie zusammenlebte, entstand keine Nähe.

Während die Mutter Bestseller schreibt, deren Titel zu geflügelten Worten werden, kämpft der Sohn gegen seine Essstörung und Suizidgedanken. Erst spät geht er auf Spurensuche in Polen, Israel, den USA, erforscht die beklemmende Familiengeschichte und publiziert sie – nicht als Abrechnung, eher als Zeugnis des Verstehen-Wollens, drei Jahre nach ihrem Tod. Wer war’s?

Lösung Nr. 51:

Walter Elias "Walt" Disney (1901–1966), Trickfilmzeichner und Filmproduzent, erfand mit Ub Iwerks die weltberühmte Micky Maus. Es folgten u. a. Donald Duck und Susi & Strolch. 1937 brachte er mit der Märchen-Verfilmung "Schneewittchen" den ersten langen Zeichentrick-Spielfilm ins Kino. Für sein Schaffen erhielt er 26 Oscars