Besser im Backen

Alicia, 12 Jahre, und Oma Karla, 80 Jahre, aus Brodersby bei Schleswig

Meine Oma wohnt nur fünf Meter von uns entfernt, deshalb sehe ich sie mehrmals am Tag. Wir leben auf einem Hof: Im Haupthaus wohne ich mit meinen Eltern und meinem Bruder, in einem kleinen Haus daneben wohnt meine Oma. Immer wenn ich mich mal "auslüften" muss, gehe ich zu ihr rüber: wenn mein kleiner Bruder mich ärgert oder wenn ich keine Lust habe, mit meinen Eltern zu reden. Mit meiner Oma kann ich über alles sprechen, und sie hat immer Zeit für mich.

© Uli Knörzer für DIE ZEIT

Wir malen oft zusammen mit Acrylfarben, meist Motive aus der Natur, Pflanzen oder den Himmel. Menschen und Tiere können wir beide nicht. Manchmal merke ich, dass Oma und ich uns irgendwie ähnlich sind: Ich habe meinen Eltern zu Weihnachten einmal einen Sonnenuntergang gemalt, in Rot-Orange-Gelb. Meine Oma malte einen rot-orange-gelben Schmetterling.

Besonders mag ich es, mit Oma zu backen. Mit Mama koche ich, backen geht mit Oma besser, weil sie mehr Erfahrung hat. Am besten schmeckt mir Omas Schokoladenrolle, die begleitet mich schon mein ganzes Leben, seitdem ich Kuchen essen kann.

Die Schokorolle wird nach einem alten Familienrezept gemacht. Meine Oma hat sie schon für ihre drei Kinder gebacken, als die noch klein waren. Und noch heute gibt es keinen Geburtstag ohne Schokorolle. Oft essen wir sie auch sonntags, wenn wir zusammen Kaffee trinken. Wenn Mama die Schokorolle backt, schmeckt sie anders, und sie sieht anders aus: auf der einen Seite ganz viel Sahne, auf der anderen keine. Bei Oma ist alles gleichmäßig verteilt, und es schmeckt besser, irgendwie originaler.

Wenn meine Eltern mal nicht da sind, essen mein kleiner Bruder und ich auch nach der Schule bei Oma. Dann macht sie Pfannkuchen mit heißen Kirschen, oder Nudeln. Und es gibt immer leckeren Nachtisch.

Ich finde, ich habe großes Glück, dass ich so eine coole Oma habe. Denn obwohl sie schon 80 Jahre alt ist, macht sie immer alles mit. Sie ist einfach die Beste!

Oma Karlas Schokorolle

Du brauchst:

100 g Blockschokolade, 6 Eier, 100 g Zucker, 250 g Sahne

So geht’s:

Die Schokolade in einem Porzellanbecher im Backofen schmelzen. Die Eier trennen, das Eiweiß schlagen, die Eigelbe mit dem Zucker schaumig rühren. Die flüssige Schokolade unter die Ei-Zucker-Masse rühren, dann das Eiweiß unterheben. Teig auf einem Backblech (mit Backpapier) verteilen. Auf mittlerer Schiene 25 Minuten bei 190 Grad backen. Etwas Zucker auf ein sauberes Geschirrtuch streuen und den Kuchen darauf stürzen. Backpapier abziehen und den warmen Kuchen zusammen mit dem Tuch aufrollen. Abkühlen lassen. Sahne schlagen, Kuchen entrollen, die Sahne draufstreichen und – ohne Geschirrtuch – wieder aufrollen.

Schoki zum Frühstück

Greta, 8 Jahre, aus Reichenbach und Oma Uschi, 61 Jahre, aus Ludwigsburg

© Uli Knörzer für DIE ZEIT

Wenn ich zu meiner Oma fahre, nehme ich immer Bobi mit. Das ist mein Kuschelbär, den haben mir Oma und Opa zur Geburt geschenkt. Meine Oma wohnt ungefähr eine Stunde Autofahrt von uns entfernt. Wir besuchen sie einmal im Monat, und jedes Jahr bin ich in den Sommerferien mit meinen zwei Schwestern eine Woche dort. Dann gehen wir ins Schwimmbad und machen Spiele. Besonders mag ich, wenn Oma uns vorliest, zum Beispiel Koboldgeschichten. Und wenn wir nicht schlafen können, gibt sie uns ein Lavendelkissen. Das duftet gut.

Bei Oma ist vieles anders als zu Hause, am größten ist der Unterschied beim Essen. Wir frühstücken morgens in der Küche und dürfen Schokoplättchen aufs Brot legen. Total lecker! Meine Oma backt und kocht gerne und richtig gut. Am liebsten mag ich ihre Maultaschen. Oma füllt sie mit Spinat und macht sie richtig groß, mindestens zehn Zentimeter. Ich esse immer zwei Stück davon, manchmal schaffe ich sogar drei. Mama macht auch manchmal Maultaschen, aber sie kauft sie schon fertig im Supermarkt und brät sie an. Das schmeckt mir nicht so gut.