Auch im Himmel gibt es miese Jobs. Ist ja irgendwie auch logisch: Warum sollte es im Jenseits besser sein als im Diesseits? Erst versprechen sie einem Gott weiß was, aber sobald du unterschrieben hast, bist du der Depp vom Dienst. Das ändert sich nie.

Wie kam ich drauf? Ach ja: Neulich las ich die Werbung eines Juweliers für Schmuck der Marke Engelsrufer. Das Geschmeide "soll Ihren persönlichen Schutzengel an Ihre Seite rufen, um Sie zu beschützen". Kann das sein?, fragte ich mich und beschloss, es herauszufinden. Wie sich Leser der niedersächsischen Regionalpresse erinnern werden, hat die Straßenbaubehörde Hannover im vergangenen Sommer versucht, die Unfallserie auf der Autobahn A 2 mithilfe einer Elfenbeauftragten einzudämmen. Was aus einer ganzen Reihe von Gründen nicht funktioniert hat, möglicherweise aber auch deshalb nicht, weil die Beauftragte weniger auf Elfen als auf Engel spezialisiert ist. So steht es zumindest heute noch auf ihrer Homepage. Sie also muss sich mit den Einsatzgebieten von Engeln auskennen. Und siehe da: Es stimmt! Man muss seine Engel nur bitten, ist dort zu lesen, dann helfen sie bei (Achtung!) "Parkplatzwünschen, Streitigkeiten oder größeren Anschaffungen".

Engel als Streitschlichter? Meinetwegen. Engel helfen, wenn’s beim Dispo klemmt? Hm, nun ja. Aber Engel als Parkplatzanweiser?! Gut, dass einem das vorher einer sagt. Sonst hat man eines fernen Tages grad die Rente hinter sich, klopft ans Himmelstor und freut sich auf Gesang und Harfenspiel, aber dann brüllt der Chef: "Runter von deiner Wolke, du Faulpelz! Die Babsi kurvt seit einer halben Stunde um den Block!" Denken Sie in diesen Tagen also auch an jene Engel, die es nicht so gut haben. Verzichten Sie auf Schmuck, um Ihren Engel zu rufen. Er kann nichts dafür, wenn Sie mit Ihrem Porsche Cayenne nicht in die Parklücke passen. Gönnen Sie ihm eine Pause. Er hat es sich verdient.