In der Evangelischen Akademie Frankfurt gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema "Das Schachspiel als königliche Sportart". Dabei stellte der Wiener Professor Ernst Strouhal die Gretchenfrage: "Was ist das uralte Kulturgut Schach eigentlich? Spiel, Sport, Kunst, oder Wissenschaft?"

Natürlich ist die Frage in ihrer Ausschließlichkeit so nicht zu beantworten, Schach ragt in all diese Bereiche hinein, und das auf einer nur acht mal acht Felder großen Matrix, die dank ihrer unterschiedlichen Figuren die Welt in ihrer Komplexität abbildet. "Die Welt ist ein Schachspiel", heißt es schon beim persischen Dichter Omar Chayyām.

Ich selbst ging 1979 bei einem internationalen Turnier in München zusammen mit Weltmeister Karpow, Ex-Weltmeister Spasski, Hübner, Unzicker et cetera sowie 1981 bei einem Schach-Medizin-Turnier mit Kollegen der Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universität München der Frage nach, wieweit Schach auch Sport ist, wofür bei den Spielern fortlaufend EKG, Blutdruck, Atemfrequenz und Hautwiderstand sowie Blutgase und Katecholamine gemessen wurden. Es zeigte sich, dass Turnierschach in puncto Belastung durchaus mit anderen Sportarten vergleichbar ist und im Körper der langsamen Brüter oft ein Hexenkessel tobt. Allerdings nicht bei mir, als ich vor meiner Partie gegen Boris Spasski zu Testzwecken erstmals in meinem Leben einen Betablocker (damals noch kein Doping) nahm und gleichmütig verlor – mit Herzfrequenz und Blutdruck im Keller.

Mit welcher Opferkombination überfuhr mich Spasski als Weißer?

Lösung aus Nr. 52:

Weiß scheint mit dem Riesen c6 übermächtig, aber Schwarz hätte mit einem versteckten Zug sogar gewinnen können. Wie?

Nach 1...Tb1! ist Weiß überraschend verloren: 2.Dxd5 Txc1+ oder 2.Kh2 Txc1 3.Dxc1 Dxd4 oder 2.c7 Dxc4! (der Turm c1 ist gefesselt!)