OFFIZIELLER NAME: Notre-Dame de Paris, was "Unsere (liebe) Frau von Paris" bedeutet. Der Name bezieht sich auf die Gottesmutter Maria, der die Kirche geweiht ist.

STANDORT UND BAU: Die Kathedrale steht auf der Île de la Cité, einer kleinen Insel im Fluss Seine. Ihr Bau begann im Jahr 1163, ihre zwei gewaltigen Haupttürme wurden um 1245 fertiggestellt. Bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts folgten weitere Bauphasen und Erweiterungen. Der Spitzturm kam im 19. Jahrhundert hinzu.

DIMENSION: Das Innere der Kathedrale misst 130 mal 48 Meter. Das Tragwerk von Notre-Dame ist 64 Meter hoch. Die drei bekannten Rosenfenster – kreisrunde verglaste Fenster mit Maßwerk – stammen aus dem 13. Jahrhundert.

ZERFALL: Während der Französischen Revolution wurde die Kathedrale verwüstet, alle Glocken in ihrer ursprünglichen Form wurden zerstört. Im Gegensatz zu zahlreichen französischen Klöstern wurde Notre-Dame nicht abgerissen, aber entweiht und zum Tempel der Vernunft erklärt. Später diente sie als Weindepot.

Nach der Unterzeichnung des Konkordats von 1801 gestattete Napoleon I. im Jahr 1802 die erneute liturgische Nutzung der Kathedrale, zwei Jahre später krönte er sich in dem Gotteshaus zum Kaiser. 1805 verlieh Papst Pius VII. der Kirche den Titel einer Basilica minor. Doch auch das konnte den durch die Revolution begonnenen Verfall nicht aufhalten. Zudem verwüsteten während der Julirevolution von 1830 Aufständische den an Notre-Dame angrenzenden erzbischöflichen Palast und die Schatzkammer.

RESTAURATION: Victor Hugos 1831 erschienener Roman Der Glöckner von Notre-Dame erinnerte an die Schönheit des Gebäudes und trug zu der 1844 getroffenen Entscheidung für eine umfassende Restaurierungskampagne bei, die erst 20 Jahre später beendet wurde. Beschädigte oder fehlende Skulpturen wurden ersetzt und ein neuer Dachreiter errichtet.

2013 beging Paris das 850-jährige Bestehen von Notre-Dame mit einer sanierten Orgel für die Kathedrale. Jede der fast 8.000 Pfeifen, von denen einige aus dem 18. Jahrhundert stammen, wurde einzeln gereinigt und an ihren angestammten Platz zurückgestellt. Zudem ersetzten neun neue Riesenglocken jene aus dem 19. Jahrhundert.

Wegen des zuletzt schlechten Zustands der Kathedrale war für die Jahre 2019 bis 2022 eine erneute Großrestauration geplant. Die Instandsetzungsarbeiten begannen im April.

BESUCHER: Täglich besichtigen rund 30.000 Menschen die Kathedrale – der benachbarte Eiffelturm hat weniger Besucherinnen.