• Das Jahr 2019 beginnt mit Glatteis, Graupelschauern und dem Antrag der Grünen Jugend, das "wiederholte und unmissverständliche Leugnen des Klimawandels" unter Strafe zu stellen.
  • Die Beschäftigung von 263 abgelehnten Asylbewerbern als Statisten in einer kontroversen Neuinszenierung von Bedřich Smetanas Die verkaufte Braut führt zu rechten Protesten und linken Gegenprotesten auf dem Theaterplatz vor der Dresdner Semperoper.
  • Wie politisch darf Mode sein? In Paris reagiert Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf erneute Massenproteste und tritt zurück. In Berlin schickt der deutsche Designer Michael Michalsky Models in neongelben Westen und Warnschutzlatzhosen auf den Laufsteg der Mercedes-Benz Fashion Week.
  • Ein geleaktes Strategiepapier des AfD-Bundesvorstands beschäftigt sich mit "Alternativen zur sexuellen Früherziehung im Grundschulalter". Wichtigstes Vorhaben: "Kindern ein positives Geschichtsbild vermitteln, z. B. durch Singen von alten Liedern (Westerwaldlied,Ein Jäger aus Kurpfalz), Bastelwettbewerb zum Thema 'Die Türken vor Wien'. Oder eben auch Verkleidungstag Kaiser Rotbart (dann kommen alle Kinder mit roten Bärten in die Schule!) etc. etc. etc."
  • Die feierliche Rückgabe der sterblichen Überreste eines Wangoni-Häuptlings, der sich im Jahr 1905 dem deutschen Kolonialregime widersetzt hat, gerät zum PR-Desaster für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Eine DNA-Analyse in Daressalam ergibt, dass die Knochenteile, die jahrzehntelang in einem Berliner Museumsdepot gelegen haben, mit 99-prozentiger Sicherheit nicht von einem Afrikaner stammen.
  • Eine Hausdurchsuchung beim Münsteraner Unrast Verlag, der den "Antifaschistischen Taschenkalender" publiziert, wirft die Frage auf, ob die Ordnungsmacht bei den Jahresplanern der radikalen Linken härter durchgreife als bei denen der Rechten.
  • Die Kontroverse um das Kuppelkreuz des Berliner Stadtschlosses kocht wieder hoch. Sendet ein christliches Symbol das falsche Signal? Die Organisation "Basisdemokratie jetzt!" macht sich für einen Volksentscheid stark und holt im Internet Alternativvorschläge ein. Demzufolge sollen die Berliner selbst entscheiden, ob das goldene Kuppelkreuz wiederhergestellt wird – oder aber ersetzt durch a) einen neutralen Kupferknauf, b) ein riesiges Mikroskop als Symbol der Aufklärung und der Wissenschaft oder c) eine Bronzeskulptur des Löwen Goleo, der als Maskottchen der WM 2006 ein sympathisches und weltoffenes Deutschland verkörpert.
  • Schnee im April, und im Deutschen Bundestag wird über mögliche Maßnahmen gegen Klimawandelleugner diskutiert. Auf die Frage, ob die AfD der Feststellung zustimme, dass die Erderwärmung menschengemacht sei, antwortet der Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland, er habe keine Ahnung, weil er kein Fachmann sei. Unter Buhrufen fügt er hinzu: "Und wie sagt man so schön: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!"
  • Nach wochenlangen Debatten über den schlampigen Umgang deutscher Museen mit sterblichen Überresten aus der Kolonialzeit erklärt Hermann Parzinger, Leiter der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, dass die in Daressalam untersuchten Knochenteile wohl doch nicht vom Wangoni-Häuptling Mputa Gama stammen, sondern von Johann Joachim Quantz, dem Potsdamer Hofkomponisten und Flötenlehrer Friedrichs des Großen.
  • Eine Hausdurchsuchung beim NPD-eigenen Verlag Deutsche Stimme, der den "Taschenkalender des Nationalen Widerstands" publiziert, entpuppt sich als Inszenierung eines Berliner Künstlerkollektivs. Bevor die Polizei einschreiten kann, gelingt es den Künstlern noch, auf zahlreiche Festplatten und Dateien zuzugreifen und wichtige Termine zu löschen.
  • Rekordnationalspieler Lothar Matthäus redet sich um Kopf und Kragen, als er von einem Journalisten auf die umstrittene Entsendung eines DFB-Teams zur ersten Transgender-WM in Norwegen angesprochen wird. "Käse, alles Käse!", sagt er in einem Interview, das unter dem Titel "DASVERSTEHTDOCHKEINMENSCHMEHR" zum YouTube-Hit wird. "Ich meine, wir haben im Fernsehen grad die Frauen-WM, und das ist auch gut so, aber das muss man erst mal verdauen, und dann haben wir Brasilianer, die spielen für Russland, und einen arabischen Emir, der kauft sich in Paris alles zusammen, und, Moment, wie war Ihre Frage noch, ach ja, dann haben wir diese neue WM, über die jetzt sehr viel geredet wird, ich meine, ich bin tolerant, das sollen die Leute selbst entscheiden, ob sie Mann sind oder Transgender oder meinetwegen auch Frau, aber warum müssen sie unbedingt Fußball spielen, wenn sie nicht mal die einfachsten Dinge geregelt kriegen, das versteht doch kein Mensch mehr ..."