Ein weltweites Twitterverbot für Staats- und Regierungschefs.
Jörg Lau

Eine Redaktionskatze.
Alice Bota

Alle Begriffe haben ihre Zeit. Und bei besonders unsinnigen ist es schön, wenn diese Zeit schnell wieder vorbei ist. Das gilt zum Beispiel für den "Populismus" . Spätestens seit Donald Trump konnte man schließlich überall lesen, dass wir in "populistischen Zeiten" lebten. Über diese Zeiten wusste man dann trotzdem wenig, über die Ratlosigkeit ihrer Interpreten dagegen viel. Denn kaum ein Begriff ist gleichzeitig so allgegenwärtig und inhaltsleer wie der Populismus. Wenn man etwa nachschaut, wer in den vergangenen Tagen als Populist bezeichnet wurde, kommt man in dieser Woche zu folgendem Ergebnis: Matteo Salvini (wegen seiner EU-Politik), der Trainer von Atletico Madrid (weil er fand, dass bei Real Madrid nicht die besten Fußballer spielten), die Stadtratsfraktion der Grünen in Kamp-Lintfort (weil sie die Grundsteuer B in der Stadt senken möchten) und der Fürther Oberbürgermeister (weil er ausländische Straftäter abschieben wollte). Populismus war immer alles und nichts und meist beides zugleich. Zum Glück ist 2019 ein neues Jahr und zum Glück gibt es viele Wörter, die präziser beschreiben, womit man es eigentlich zu tun hat, wenn man von "populistischen Zeiten" spricht: Illiberalismus, Autoritarismus, radikaler Nationalismus. Dann bräuchte es anschließend nur noch vernünftige Begriffe für jene, die die Populisten mehrheitlich wählen. Denn von den "Abgehängten", den "einfachen Leuten" oder, am allerschlimmsten, "denen da unten" hat man 2018 wirklich genug gelesen.
Robert Pausch

© Jochen Schievink für DIE ZEIT

Früher war es so, dass Fußballfans Schiedsrichter beschimpften, wenn sie Murks pfiffen. Elfmeter nach einer Schwalbe, Abseits nach regulärem Tor, Ball gespielt nach doppelt eingesprungener Blutgrätsche. So was in der Art. Die Schiris mussten sich dann anhören, was man hier nicht schreiben sollte, "weißes Ferkel" war es jedenfalls nicht. Und auch nicht "Du Bauchnabel!" Heute achtet nicht nur der Schiedsrichter auf dem Feld, sondern zusätzlich noch eine Art Oberschiedsrichter vor dem Fernseher darauf, ob ein Foul tatsächlich ein Foul war und ob eine Hand nun aus kurzer Distanz angeschossen wurde, ausgestreckt war oder dazu diente, die Köperoberfläche "unnatürlich" zu vergrößern. Da die Videoschiedsrichter in der kurzen Zeitspanne ihrer bisherigen Existenz mehrfach eindrucksvoll bewiesen haben, dass man – trotz etlicher Wiederholung in Superzeitlupe – als sehender Mensch absolut blind sein kann, werden sie jetzt auch beschimpft. Als Fußballfan und Humanist weiß man: Je weniger Menschen mit Hasstiraden bedacht werden, desto besser. Der Videobeweis gehört also aus einem ebenso banalen wie wichtigen Grund abgeschafft: Es dient dem Weltfrieden.
Peter Dausend

Weniger beleidigte Leberwürste, es lebe die steife Oberlippe! Theresa May hat es vorgemacht: wie man mit Anstand, Humor und Eleganz eine Niederlage wegsteckt.
Mariam Lau

Ich fordere mit sofortiger Wirkung die Beförderung von Heiko "Schotty" Schotte alias Der Tatortreiniger zum Maß aller Dinge – jedenfalls für alle weiteren Drehbücher öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten. Braucht’s wirklich eine Begründung? Schotty war – die Vergangenheitsform ist leider geboten, weil seine Drehbuchautorin aufhören wollte, "wenn’s am schönsten ist", was ja auch nicht jeder schafft im Unterhaltungsfernsehen, und deswegen ihren Helden vergangene Woche ein letztes Mal in den Einsatz geschickt hat ... Also: Schotty war der beste Beweis dafür, dass man Feminismus, Kapitalismus, Veganismus und so ziemlich alle anderen Ismen in diesen gereizten Zeiten innerhalb von 30 Minuten gut gelaunt ausleuchten kann. Bei gleichzeitiger anspruchsvoller körperlicher Arbeit. So einen Blutfleck wischt man ja nicht eben mal mit einer halben Kappe Essigreiniger auf. Außerdem bot der Tatortreiniger didaktische Anschauung, wie man Neonazis ausputzt, egomanische Firmenchefs schwindelig schrubbt und der Endlichkeit des Lebens ins Auge sieht. Auch der eigenen.
Andrea Böhm

Das Ende der Hektik an Supermarktkassen. Jede Rentnerin soll nach Münzen kramen , jeder Kassierer Guten Tag sagen dürfen, ohne dass sie schief angeguckt oder er von der Chefin gerügt wird.
Lea Frehse