Eine abgrundtiefe Trostlosigkeit muss Friederica Telle erfasst haben. "Meine Verzweiflung ist bis auf den höchsten Grad", schreibt sie am 28. Mai 1798 an ihren "treuesten Mann", denn: "du verläßt Vatterland, eine gantz unglückliche Gattin und Mutter und 3 arme unschuldige Kinder, ohne auch nur einmal an sie zu schreiben". Ambrosius Telle, Kaufmann aus dem thüringischen Ronneburg, ist wenige Jahre zuvor nach Amerika aufgebrochen, offenbar ohne Abschied zu nehmen; wohin genau, ist nicht bekannt. Aus dem in viele kleine Fürstentümer (wie zum Beispiel Goethes Sachsen-Weimar) zersplitterten Thüringen, wo zu jener Zeit bittere Not herrschte, flohen damals Tausende deutscher Wirtschaftsmigranten, ganze Dörfer wanderten aus.