DIE ZEIT: Sie sagen, die Zukunft des Autos sei elektrisch, autonom und gemeinschaftlich. Wie stellen Sie sich ein solches Verkehrssystem ganz praktisch vor?

Larry Burns: Ich schließe zum Beispiel einen Jahresvertrag mit einem Flottenanbieter. Er stellt mir dafür ein Fahrzeug zur Verfügung, das mich an meiner Haustür abholt und an meinem Ziel wieder absetzt. Danach sucht es sich einen Parkplatz und wartet, bis ich es wieder brauche. Oder es nutzt die Zeit, um zu tanken oder für eine Reparatur in die Werkstatt zu fahren. Um all das muss ich mich nicht mehr kümmern.

ZEIT: Aber das Auto gehört Ihnen nicht mehr?

Burns: Nein, aber ich kann trotzdem frei darüber verfügen. Ich kann es zum Beispiel auch losschicken, meine Frau abzuholen und zur Arbeit zu bringen. Oder sie schickt es los, um unseren Sohn zum Fußballtraining zu fahren. Und später lasse ich es meinen Anzug aus der Reinigung und das Abendessen von einem Restaurant abholen. Wenn es mich dann von der Arbeit nach Hause chauffiert, steht das Essen schon auf dem Rücksitz. Das Auto ist also den ganzen Tag unterwegs – für mich selber, für meine Familie oder für Freunde, denen ich es schicke. Aber ich habe immer die Kontrolle darüber. Ich würde es einen personalisierten Roboter-Service nennen. Die beste Art, Fahrzeit zu sparen, ist schließlich, gar nicht erst selbst fahren zu müssen.

ZEIT: Und wann beginnt das Zeitalter der Auto-Auto-Flotten?

Burns: Ich glaube, dass wir innerhalb der nächsten fünf Jahre einen entscheidenden Punkt erreichen werden: Dann ist die Technik so weit ausgereift, dass Roboterauto-Dienste genügend viele Straßen unter den üblichen Wetterbedingungen bewältigen können. Das ist der Punkt, ab dem die neuen Mobilitätsanbieter Geld verdienen und ein Großteil der Investitionen in ihre Richtung fließen wird – und nicht mehr in das klassische System von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, die von Menschen gesteuert werden. Danach kann die Umstellung sehr schnell gehen.