1. Flüchtlinge

Kein Land in Europa hat so viele Flüchtlinge aufgenommen wie Deutschland. Im Jahr 2016 gab es 750.000 Asylanträge, davon wurden 36 Prozent von Syrern gestellt – denen fast immer Schutz gewährt wurde. Es kamen aber auch viele Menschen, die keine Aussicht auf Asyl hatten, allein 2017 wurden 230.000 Asylanträge abgelehnt.

Die Verfahren dauern lange, in der Regel mindestens ein halbes Jahr. Und jeder zweite Abgelehnte klagt dann noch vor Gericht. So vergeht oft eine lange Zeit, bis jemand, der kein Recht auf Asyl hat, Deutschland wieder verlassen muss.

Syrische Asylsuchende in Europa von 2013 bis 2017

Quellen für alle Grafiken auf dieser Seite: UNHCR, Bamf; Statista, Verband der Automobilindustrie, Bund der Steuerzahler; Weltbank, BBC News; Our World in Data (basierend auf Daten von Peter Brecke), John N. Gray (LSE); Pew Research Center © ZEIT-Grafik

2. Spritkosten

An der Tankstelle gelten alle als reich, denn dort zahlt jeder mehr als den Spitzensteuersatz. Fast drei von fünf Euro gehen hier an den Staat, in Form von Ökosteuer, Energiesteuer und Umsatzsteuer. 50 Milliarden Euro kommen so zusammen, das hat der Verband der Automobilindustrie mal berechnet. Davon werden nur 15 Milliarden in die Straßen investiert. Viele Menschen sind auf ihr Auto angewiesen, vor allem wenn sie außerhalb der Großstädte leben. Sie können nicht einfach auf Sprit verzichten wie auf Alkohol oder Zigaretten (mit denen der Staat nur 2,5 Milliarden bzw. 14,3 Milliarden einnimmt).

Steueranteil an einem Liter Benzin (inkl. MwSt.)

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3. Einkommenszuwachs

Die berühmte "elephant curve" aus einem Bericht der Weltbank zeigt das globale Einkommenswachstum verschiedener Schichten für die Jahre 1988 bis 2008. Links sind die ärmsten fünf Prozent der Weltbevölkerung zu sehen, rechts die reichsten. Je höher ein Punkt liegt, desto mehr hat die entsprechende Gruppe beim Einkommen zugelegt. Die unteren zwei Drittel der Weltbevölkerung (etwa die aufstrebenden Mittelklassen in Ländern wie China und Indien) bilden die Schultern und Ohren des Elefanten. Kaum hinzugewonnen oder gar verloren haben die Mittel- und Unterschichten entwickelter Nationen (etwa der USA). Wessen Arbeitsplatz nach China wandert, der betrachtet sich als Globalisierungsverlierer. Donald Trump hat dieses Gefühl zu seinem Thema gemacht und die Wahl gewonnen.

Die "Elefantenkurve" – relative Einkommenssteigerung in Prozent, nach Einkommensschichten (weltweit)

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4. Krieg

Immer friedlicher soll die Welt also werden? Diese Idee kursierte schon einmal Mitte des 19. Jahrhunderts. Wieso sie so schnell wieder in Vergessenheit geriet, zeigt die Grafik. Auch die Phase relativen Friedens in den vergangenen 60 Jahren (und vor allem im Westen) könnte einfach nur das gewesen sein: eine Phase. Jedenfalls sehen Statistiker keinen klaren Friedenstrend. Und viele Historiker glauben, Opferzahlen aus früheren Zeiten seien unzuverlässig – zumal wenn man auch die zivilen Opfer kriegerischer Konflikte zu zählen versucht. Und gerade deren Anteil nimmt zu.

Tote infolge von Kriegen pro 100.000 Menschen

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5. Religion

2010 lebten in Deutschland 3,3 Millionen Muslime, sechs Jahre später waren es bereits 5 Millionen. Und ihr Anteil an der Bevölkerung wird weiter steigen, auch ohne zusätzliche Migration. Denn Muslime sind jünger (durchschnittlich 31 Jahre alt, Nichtmuslime 47 Jahre), und sie haben mehr Nachwuchs (im Durchschnitt 1,9 Kinder pro Frau, bei Nichtmuslimen sind es 1,4). Mit weiterer moderater Migration wäre im Jahr 2050 jeder zehnte Mensch in Deutschland ein Muslim, rechnet das Pew Research Center vor. Migrieren hingegen künftig so viele Menschen nach Deutschland wie in den Jahren 2014 bis 2016, wäre in der Jahrhundertmitte sogar jeder Fünfte ein Muslim.

Anteil von Muslimen an der deutschen Bevölkerung, abhängig von künftiger Migration (Prognose)

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