Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Einige Prognosen prophezeien, dass 2019 auch das Jahr der Klimaflucht wird. Des Weiteren ist zu erfahren, die österreichische Bevölkerung habe zunehmend Probleme mit den steigenden Temperaturen. Das hat verheerende Folgen. Erste Landsleute werden bereits im April ihr Hab und Gut zusammenpacken und gen Skandinavien emigrieren. Riesige Karawanen mit Kühltaschen, gefüllt mit Leberkäs und Schnitzel, setzen sich dann zu Beginn des Frühsommers in Bewegung. Im Proviant ebenfalls ausreichend Schwarzbrot und Semmelbrösel, was es ja beides dort oben nicht gibt. Doch man bringt diesen nordischen Eingeborenen noch mehr mit. Volksmusik für die Schlichteren und Mozart für die dekadente Bildungsschicht. Mit abgelaufenen glitzernden Mozartkugeln wird man sie verführen, ihr Nordseeöl für Naschereien einzutauschen. Danach werden Zelte errichtet, die großen Beduinenzelten frappant ähnlich sehen. Das wird die Nordmänner irritieren. Das ist aber noch nicht alles. Im Inneren der Zelte wird 24 Stunden lang Blasmusik zu hören sein. Und die Polarluft wird erfüllt sein mit dem Geruch von totem Schwein – in jeder Form. Dann zur Mittsommernacht wird der an sich trinkfeste Skandinavier seine Unterlegenheit in Sachen Saufvermögen gegenüber den austriakischen Immigranten eingestehen müssen. Von dieser Schmach kann er sich kaum erholen. Und im Winter wird die Kultur des Hüttenzaubers nach und nach alle autochthonen Sitten verdrängen. Speckjause in einem fort statt des öden Smörgåsbords. Glühwein ist der Hit statt Grog und Aquavit. Es wird den tapferen Nordmännern schließlich nichts anderes übrig bleiben, als die Skandinavienroute zu schließen. Und zu hoffen, dass es in Österreich wieder verregnete Sommer gibt.