Viele Schülerinnen und Schüler haben in den vergangenen Wochen den Unterricht geschwänzt. Allerdings nicht, um stattdessen ins Kino zu gehen oder zu spielen. Sie haben sich mit anderen Kindern getroffen und zum Beispiel in Australien, Frankreich, Polen und vielen deutschen Städten dafür demonstriert, dass sich die Politiker mehr für das Klima einsetzen. Auf ihren Schildern stand: "Schulstreik für’s Klima".

Dabei ist Streik eigentlich nicht ganz das richtige Wort. In Streik treten sonst Menschen, die nicht damit zufrieden sind, wie ihre Arbeitgeber sie behandeln. Sie hören dann auf zu arbeiten und wollen so Druck auf die Leiter ihres Unternehmens oder Politiker ausüben. Kinder arbeiten nicht, aber sie haben das Recht, wie alle anderen Menschen auch, zu demonstrieren. Mit den Demonstrationen während ihrer Schulzeit setzen die Schülerinnen und Schüler also wie bei einem Streik die Politiker unter Druck. Denn es fällt natürlich auf, wenn sich so viele Kinder weigern, zur Schule zu gehen und zu lernen.

Angefangen hat alles mit nur einem einzigen Mädchen, das als Erstes ein "Schulstreik für’s Klima"-Schild gemalt hat. Greta Thunberg aus Stockholm. Die 15-jährige Schwedin hat sogar drei Wochen lang jeden Tag die Schule geschwänzt. Erst wollten ihre Eltern und einige ihrer Lehrer sie davon abhalten. Dann fanden sie es aber doch gut, was Greta macht.

Greta fehlt nun einmal die Woche im Unterricht: Sie steht jeden Freitag vor dem Parlament in Stockholm und demonstriert. Für alle Menschen auf unserem Planeten. "Warum soll ich für meine Zukunft lernen, wenn es die für uns alle vielleicht gar nicht mehr gibt?", fragt Greta. Denn wenn der Klimawandel weiter so schnell fortschreitet, ist unser Leben auf der Erde bedroht.

Von Klima spricht man, wenn das Wetter auf der Welt über einen langen Zeitraum beobachtet wird. Es ist normal, wenn es in einigen Jahren kälter und in anderen wärmer ist. Wissenschaftler haben allerdings festgestellt, dass sich das Klima weltweit gerade extrem schnell verändert. Daran sind vor allem wir Menschen schuld. Unsere Flugzeuge, Autos und Fabriken schleudern unter anderem das Gas CO₂ in die Luft, das dafür verantwortlich ist, dass die Erde immer wärmer wird. So warm, dass zum Beispiel Eisberge und Gletscher schmelzen, dass der Meeresspiegel steigt und dass in der Zukunft sogar ganze Länder oder Hafenstädte wie Hamburg versinken könnten. Aufhalten, so sagen Forscher, lässt sich die Klimaerwärmung nur, wenn alle Länder umdenken und weniger Dreck in die Luft pusten. Deswegen will Greta, dass Politiker, aber auch alle anderen Menschen auf der Welt endlich den Klimawandel ernst nehmen. Sie sollen aufhören, nur darüber zu reden, was man besser machen könnte – und dafür lieber gleich ihr Verhalten ändern.

Dazu gehört, dass zum Beispiel die Umweltverschmutzung durch große Kraftwerke gestoppt wird. Und außerdem, dass sich jeder einzelne Mensch für die Umwelt einsetzt. Greta macht das selbst. Sie versucht, so wenig Plastik wie möglich zu benutzen, kauft nur noch, was sie wirklich braucht, und fliegt nicht mit dem Flugzeug. Und sie ruft die Kinder in aller Welt dazu auf, bei ihrem Schulstreik mitzumachen.

Damit war sie besonders erfolgreich während der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz. Dort haben im Dezember Politiker aus rund 190 Staaten miteinander über den Klimaschutz verhandelt. Greta war das aber nicht genug. Sie schrieb auf Twitter, dass es bei den Gesprächen zu wenige Fortschritte gebe und überall Schülerinnen und Schüler streiken sollen. Viele sind ihrem Aufruf gefolgt und standen mit selbst gemalten Plakaten vor den Rathäusern ihrer Städte.