Leonardo – die wichtigsten Neuerscheinungen

Von Leonardos Lebensweg in der Renaissance erzählt sehr anschaulich ein ausgewiesener Kenner: Der in Zürich lehrende Historiker Bernd Roeck (siehe Interview) schildert die bahnbrechenden Ideen und die erfolgreiche Karriere ebenso wie den Alltag, die Umwälzungen und den Geist einer Epoche. (Bernd Roeck: Leonardo. Der Mann, der alles wissen wollte; 429 S., C. H. Beck, München 2019, 28,– €, erscheint am 14. Februar)

Der Journalist Walter Isaacson, Autor vieler biografischer Bestseller, feiert in seinem Leonardo-Porträt dessen forschende Kreativität, die künstlerische Arbeit und naturwissenschaftliche Studien gleichermaßen befeuerte. (Walter Isaacson: Leonardo da Vinci. Die Biografie; 752 S., Propyläen, Berlin 2018, 39,– €)

Volker Reinhardt, Frühneuzeithistoriker, widmet sich in seiner Biografie dem subversiven Außenseiter Leonardo, dessen intellektueller und künstlerischer Eigensinn kritisch gegen Christentum und Humanismus gerichtet war. (Volker Reinhardt: Leonardo da Vinci. Das Auge der Welt; 383 S., C. H. Beck, München 2018, 28,– €)

Kia Vahland, Redakteurin der Süddeutschen Zeitung, befasst sich in ihrer Biografie vor allem mit dem malerischen Werk, das immer wieder um weibliche Figuren kreist. (Kia Vahland: Leonardo da Vinci und die Frauen. Eine Künstlerbiographie; 350 S., Insel, Berlin 2019, 26,– €, erscheint am 11. März)

Wieder aufgelegt wurde das prächtige, umfassend informierende Standardwerk des Leipziger Kunsthistorikers Frank Zöllner (siehe S. 45) zu sämtlichen Gemälden Leonardos, jetzt ergänzt um ein neues, ausführliches Vorwort zum umstrittenen Salvator Mundi. (Frank Zöllner: Leonardo da Vinci 1452–1519. Sämtliche Gemälde; 272 S., Taschen, Köln 2018, 30,– €)

200 Zeichnungen aus den Beständen der Royal Collection auf Windsor Castle präsentiert Michael Clayton , Leiter der dortigen grafischen Sammlungen und einer der führenden Experten für Leonardos zeichnerisches Werk, in einem glänzenden Katalog. (Michael Clayton: Leonardo da Vinci. Das Genie als Zeichner; 200 Werke aus der Royal Collection, 256 S., Belser, Stuttgart 2018, 39,90 €)

Und wo ist was zu sehen?

In Frankreich

Die Retrospektive zum Leonardo-Jahr zeigt der Louvre in Paris, mit Leihgaben aus aller Welt (wenngleich mit den Uffizien in Florenz, die den größten Leonardo-Bestand beheimaten, noch intensiv verhandelt wird). Genaue Termine gibt es noch nicht, wahrscheinlich beginnt die Ausstellung im September.

An der Loire, wo Leonardo vor 500 Jahren im Schloss Clos Lucé in Amboise stirbt, gibt es ein großes Festival zu Ehren des Meisters – weitgehend ohne originale Werke (www.vivadavinci2019.fr).

In Großbritannien

Die Royal Collection mit ihrem großartigen Bestand an Leonardo-Zeichnungen wird zunächst an zwölf Orten im Königreich gezeigt (vom 1. Februar bis zum 6. Mai). Über 200 Blätter sind anschließend vom 24. Mai bis zum 13. Oktober im Buckingham Palace in London zu sehen (www.rct.uk).

In Deutschland

Als einziges deutsches Museum besitzt die Alte Pinakothek in München ein Gemälde von Leonardo, die Madonna mit der Nelke. Noch bis zum 2. Februar ist das Werk im Rahmen einer großen Ausstellung über Florenz und seine Maler zu sehen.

Eine weitere Möglichkeit, sich mit Originalen von Leonardo zu beschäftigen, bieten zahlreiche Kupferstichkabinette, etwa das der Hamburger Kunsthalle, der Albertina in Wien oder der Preußen-Stiftung in Berlin. Man kann sich dort nach Anmeldung einzelne Grafiken oder Zeichnungen vorlegen lassen.