Der braune Wallach zuckt kurz, als ihm Anna Weber die Spritze mit dem Beruhigungsmittel in die Halsvene drückt. Sekunden später entspannen sich seine Muskeln, und er senkt den Kopf. Leicht benommen stehen da nun 650 Kilo Pferd mit einem geschwollenen Bluterguss am Hals, so groß und dick wie eine Pizza Calzone. Die Folge eines Unfalls im Stall. "Das wird jetzt etwas blutig", sagt Weber. Sie macht einen kleinen Schnitt, schiebt einen langen scharfen Löffel durch die Öffnung und beginnt, aus dem Inneren totes Gewebe herauszuschaben. Blut und Wundwasser rinnen den Pferdehals herab und tropfen auf den Boden.