Das neue Konsumgüterjahr beginnt traditionell im Januar mit der Consumer Electronics Show in Las Vegas. Das ist eine Elektronikmesse, auf der all die Sachen zu betrachten sind, die man im weiteren Verlauf des Jahres haben wollen soll, und auf der der Satz "Schlimmer kann es nun wirklich nicht mehr werden!" immer wieder widerlegt wird.

So auch dieses Jahr. Durch Numi 2.0. So heißt die "fortgeschrittenste intelligente Toilette" des amerikanischen Herstellers Kohler, der nun auch den letzten Rest Privatsphäre der Öffentlichkeit preisgibt. Auf der Produkt-Website sieht man schöne Fotos von Numi. Stellen Sie sich ein rundum verglastes Wohnzimmer vor. Gegenüber der Couchgarnitur, wo man einen Sessel vermuten würde, steht das Klo. Einfach so. Dahinter das bodentiefe Panoramafenster, durch das man über eine Großstadt blicken könnte (Los Angeles?), wenn Numi entsprechend aufgestellt wäre. Doch leider muss man mit der Blickrichtung nach innen Platz nehmen, sodass man von der Aussicht nichts hat, aber akzeptieren muss, dass einem die Nachbarn bei sehr privaten Verrichtungen von hinten zuschauen können. Was meine Sache nicht wäre. Aber wer bin ich, über den Fortschritt zu richten?

Schlimmer als mögliche Zuschauer sind allerdings die Zuhörer – denn in Numi 2.0 ist Amazons Alexa bereits eingebaut. Der Sprachdienst lauscht per Mikrofon nicht nur genau auf alle Geräusche, hinter denen sich ein weiterer Bestellvorgang verbergen könnte ("Wo ist das Klopapier?"), sondern gewährt dem Hersteller zufolge auch "Zugang zu Zehntausenden Fähigkeiten" der intelligenten Toilette, die auszumalen ich Ihrer Fantasie überlasse. Es soll ja Leute geben, die sich auch deshalb auf das stille Örtchen zurückziehen, weil es vor allem eines ist: still. Wenn nicht einmal das mehr sein darf, würde ich von Alexa nur wissen wollen, wer zur Hölle 6.000 Dollar für eine Numi ausgeben soll.