Im Herbst 2017 machte eine Studie des internationalen Journalistennetzwerks Orb Schlagzeilen: 83 Prozent der 159 Trinkwasserproben, die man in aller Welt eingesammelt hatte, enthielten winzige Plastikteilchen. Aber von Experten wurde die Studie zerrissen: Nicht nur seien die Methoden der Erhebung zu kritisieren, vor allem sei eine Ja/Nein-Antwort auf die Frage nach dem Mikroplastik unsinnig.

Bei näherem Hinsehen ergab sich zum Beispiel für Wasser aus Hamburg und Dortmund ein Durchschnittswert von zweieinhalb Teilchen pro Liter – das ist mit ziemlicher Sicherheit gesundheitlich unbedenklich. Als "Grundrauschen" bezeichnete Ingrid Chorus vom Umweltbundesamt diese Zahlen. Die winzigen Plastikpartikel, die wir ständig in die Umwelt einbringen und die inzwischen praktisch überall auf dem Planeten nachweisbar sind, sollten uns zwar Sorgen machen, auch wenn die gesundheitlichen Auswirkungen noch völlig unerforscht sind. Unser Trinkwasser kommt jedoch meist aus dem Grundwasser oder aus Uferfiltraten; praktisch alle kleinen Teilchen werden durch den Boden herausgefiltert. Man kann also sagen, dass unser Leitungswasser bestimmt zu den am wenigsten mit Mikroplastik durchsetzten Stoffen überhaupt gehört.

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