Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, im neuen Jahr weniger Blattgold zu essen. Doch als ich das hochglanzpolierte 1200-Euro-Rib-Eye-Steak von Franck Ribéry sah, habe ich den ersten Vorsatz für 2019 gleich mal über Bord geworfen. Immer nur Doha-Schnitzel mit Platin-Panade oder Flamingozungen-Ragout mit geraspeltem Nashorn sind mir auf Dauer dann doch zu gutbürgerlich. Und an Einhornfleisch ist selbst für jene schwer ranzukommen, bei denen proportional zum wachsenden Einkommen der Frontallappen im Hirn schrumpft. Mit einem zweiten Vorsatz für 2019 hadere ich noch.

Soll ich nun den Habeck machen oder nicht? Ich spüre schon, wie mich diese Kolumne zu einem Menschen macht, der ich nicht bin und auch nicht sein will. DAUSEND färbt auf Dausend ab. Diese Zeilen machen mich sanfter, leiser, ausgewogener, diplomatischer. Offenbar bin ich dagegen nicht immun. Leser, die mich treffen, wundern sich stets darüber, welch ein aggressiver, lauter, polemischer Typ ich doch bin. Da ich diese Kolumne aber nicht den Habecks dieser Welt überlassen will, schreibe ich sie wohl weiter. Aber nur, wenn sie künftig auf Blattgold gedruckt wird.