Mehr als 20 Jahre nach der "Stunde null" zerbrach das kollektive Vergessen und Verschweigen. Ein Atheist aus jüdischer Familie, mit 17 Jahren Mitglied der SPD und mit 27 jüngster Amtsrichter der Republik, acht Monate im KZ und 13 Jahre im Exil, eröffnete als Generalstaatsanwalt den ersten Prozess gegen 22 Mitglieder der Wachmannschaft eines Vernichtungslagers. Dieses Verfahren und die sechs folgenden veränderten die Nachkriegsgesellschaft. Der Ankläger verwandelte den Gerichtssaal in das "Klassenzimmer der Nation". Nüchtern klärte er über Massenmorde und Täter auf und erteilte einen Geschichtsunterricht, aus dem niemand ins Leugnen oder Verharmlosen flüchten konnte.

Schon Jahre zuvor hatte er in einem Prozess gegen einen Offizier knapp und eindeutig festgehalten, dass "ein Unrechtsstaat, der täglich Zehntausende Morde begeht, [...] jedermann zur Notwehr berechtigt". Damit rehabilitierte er den Widerstand gegen das Terror-Regime und befreite ihn vom Vorwurf des Hochverrats. Hochverrat, so führte er aus, ist gegen einen Unrechtsstaat nicht möglich.

Der bescheiden auftretende Mann scheiterte jedoch mit zwei Anklagen: In einem Prozess gegen Verantwortliche der Euthanasiemorde wurden lediglich vier Spitzenfunktionäre verurteilt. Und seinen Versuch, Richter und Staatsanwälte wegen Todesurteilen vor Gericht zu stellen, vereitelte der Bundesgerichtshof.

Bis zuletzt wurde er angefeindet und fühlte sich unsicher in seinem Amt. Sein früher Tod gibt immer noch Anlass zu Spekulationen. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 2:

Der Schauspieler Joaquin Phoenix, geb. 1974 in Puerto Rico, hat den Oscar trotz Nominierungen bisher nicht erhalten. Nach seinem Erfolg in Gladiator spielte er u. a. Johnny Cash (Walk the Line) und einen Möchtegern-Rapper (I’m Still Here). Sein Bruder, der Schauspieler River Phoenix, starb mit 23 Jahren an Drogenmissbrauch