Max Weber sollte recht behalten: "Nun wird [...] der Friede diskreditiert sein, nicht der Krieg", schrieb der Soziologe, der im Mai 1919 als Berater der deutschen Delegation einige Tage in Versailles verbracht hatte. Ende Juni des Jahres unterzeichneten die Deutschen den dort von den Siegermächten ausgehandelten Versailler Vertrag, der nach dem Ersten Weltkrieg die Friedensordnung für Deutschland festlegte. Schon den Zeitgenossen galt er als misslungen. Und nicht nur er: Auch die Verträge mit den deutschen Verbündeten – die Dokumente von Saint-Germain (Österreich), Trianon (Ungarn), Neuilly (Bulgarien) und Sèvres (Türkei) – waren in ihren Augen schlechte Verträge.