Anthony Scaramucci, der im Juli 2017 stolze zehn Tage lang dem US-Präsidenten als Kommunikationschef diente, steht vor einem interessanten Déjà-vu: Am 21. Januar wird er zwar nicht ins Weiße Haus zurückkehren, aber immerhin in den Big Brother-Container einziehen. In Trumps Amerika garantiert das gleiche Erfahrungen: inszenierte Realität, Mitbewohner, die man seinem ärgsten Feind nicht aufs Sofa wünscht, seltsame Frisuren, Fremdschämen – und jede Menge Leute, die man nach Hause schicken kann. Ein Unterschied dürfte dem farbenfroh formulierenden Scaramucci ("I’m not Steve Bannon. I’m not trying to suck my own cock") aber auffallen: Bei Big Brother wird man erst durch den Aufenthalt im Container Kandidat fürs Dschungelcamp. Im Weißen Haus agiert der Boss so, als sei er schon Dschungelkönig. In Deutschland ist alles anders. Würde Angela Merkel ihre oberste Kommunikationschefin feuern, wäre Eva Christiansens medialer Zufluchtsort, der Aura und Atmosphäre des Kanzleramts am besten widerspiegelte, weder Big Brother noch das Dschungelcamp. Sondern Knallerfrauen. Oder Spiel ohne Grenzen – in der Fassung vom September 2015.