Die großen Bronzeaffen des Künstlers Jörg Immendorff waren der Hit der Auktionen von Van Ham im Jahr 2015. Auf 10.000 bis 25.000 Euro schätzte das Kölner Auktionshaus jede der Skulpturen – die Sammler boten dann allerdings bis zu 90.000 Euro. Für Immendorff, der 2007 verstarb, sind sie eine Art Markenzeichen geworden. Genau wie für den schillernden Kunsthändler Helge Achenbach, der mehrere seiner Restaurants in Düsseldorf mit solchen Affenfiguren ausgestattet hatte.

Aus Achenbachs Insolvenzmasse stammten auch jene Figuren der beiden erfolgreichen Versteigerungen von Van Ham. Hier wurde alles, was er selbst über Jahrzehnte sammelte und was außerdem zum Verkauf in seinen Depots lagerte, zu Geld gemacht. Achenbach hatte mehreren Kunden, darunter dem Aldi-Erben Berthold Albrecht, Kunst zu Fantasie-Konditionen verkauft. In den Prozessen danach war er 2015 zu millionenschweren Rückzahlungen und sechs Jahren Haft wegen Betrugs verurteilt worden. Jetzt ging ein nächster Rechtsstreit zwischen dem Insolvenzverwalter und der Schweizer Galerie St. Gilles zu Ende. Das Urteil: Die Affen hätten niemals versteigert werden dürfen. Sie gehörten dem Kunsthändler nämlich gar nicht, er hatte sie bloß in Kommission.

1,6 Millionen Euro bekommt der Kläger nun für die zu Unrecht verkauften 70 Skulpturen zurück. Von den Argumenten des Insolvenzverwalters ließ sich das Düsseldorfer Landgericht hingegen nicht überzeugen. Er wollte Eigentumsnachweise von der Galerie und legte seinerseits als Beleg Rechnungen vor, nach denen Achenbach einen Teil der Affen gekauft haben soll. Ausgerechnet! Mit Rechnungen hatte der Kunsthändler ja fleißig jongliert, um seine Kunden zu betrügen. Fingierte Beträge für Bilder und Skulpturen führten zu überhöhten Provisionen für Achenbach, dessen Buchführung auf reiner Willkür beruhte.

Das Gericht zog seine Konsequenzen: Es handle sich um Scheinrechnungen für das Finanzamt. Am Ende sind nur Affen aus schwerer Bronze echt.