"Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen?", fragt Jesus in der Bergpredigt (Matthäus 5, 13). Aber Salz, chemisch Natriumchlorid, wird weder schal noch schlecht, es ist eine äußerst stabile Verbindung. Im Internet posten Nutzer häufig Fotos von überteuertem Salz aus dem Himalaya, das laut Etikett seit Millionen Jahren dort gelagert hat, aber nun binnen wenigen Monaten seine Haltbarkeit verliert.

Was schlecht werden kann, sind andere Substanzen, die das Salz enthält, mit oder ohne Absicht. Das Salz zu Jesu Zeit wurde wahrscheinlich aus dem Meer gewonnen, und vielleicht enthielt es noch organische Reste, die verderben konnten. Heute werden dem Salz häufig Stoffe zugesetzt, etwa Jodverbindungen. Und die können sich im Lauf der Zeit zersetzen und unwirksam werden. Und deshalb sagt die Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung ausdrücklich: Gewöhnliches Salz muss kein Haltbarkeitsdatum tragen, Jodsalz sehr wohl.

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