Ihr literarisches Debüt eroberte die Bestsellerlisten und wurde vielfach übersetzt. Ungläubig lasen die Menschen das Buch über ihre im Wortsinn ver-rückte Kindheit. Ziellos waren Vater, Mutter und vier Kinder umhergereist, hausten in Wohnwagen und Abbruchbuden, die sie oft überstürzt wieder verließen. Der Vater log seinen Kindern das schönste Blau vom Himmel herunter und versoff jeden Cent. Die Mutter sah sich als verkannte Künstlerin, war nur mit sich und der Malerei beschäftigt. Und den Kindern blieb keine Wahl, sie mussten das Vagabundenleben, Hunger und Armut teilen und nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Eltern sorgen.

Und doch hatte die junge Frau mit erst 17 Jahren den Sprung in ein eigenes Leben gewagt, hatte Erfolg als Journalistin und nun auch als Schriftstellerin. Das vor allem war so bewegend an dem Stoff, der ein Jahrzehnt später verfilmt wurde. Zwar stand die Autorin der Adaption anfangs skeptisch gegenüber, doch das Ergebnis überzeugte sie: "Der Film ist optimistisch, aber er fängt auch die Widersprüchlichkeit des Buches ein. Trotz all dem Schmerz und der Verzweiflung hatte ich immer Hoffnung." Die Eltern hätten ihr trotz aller Defizite auch wichtige Werte vermittelt wie Mut und Lust auf Bildung; das sei ihr bewusst geworden, als sie ihr Leben aufgeschrieben habe – "die beste Therapie".

Heute lebt sie glücklich verheiratet auf einer Ranch, bietet ihrer Mutter dort ein Obdach und arbeitet am nächsten Roman. Wer ist’s?

Lösung Nr. 3:

Fritz Bauer (1903–1968) war ab 1949 Landgerichtsdirektor in Braunschweig, ab 1956 Generalstaatsanwalt des Landes Hessen. 1952 erreichte er gegen den Ex-Major Remer die Rehabilitierung der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. Er informierte den Mossad über den Aufenthaltsort von Eichmann und war Ankläger im ersten Auschwitz-Prozess