Es gibt, kaum überraschend, nicht wenige Schachehepaare. Man trifft sich zum Beispiel bei einer Schacholympiade, entwickelt plötzlich ein brennendes Interesse an der Partie des/der anderen – mag diese auch noch so langweilig sein –, und irgendwann ist es um einen geschehen. Wobei der gemeinsame "Schachkitt" dem Bunde eher förderlich sein dürfte, ein Ultimatum wie "Du musst dich entscheiden – Schach oder ich?!" und die resignative Antwort "Das ist ja furchtbar, ich werde dich so vermissen!" die Ausnahme.

Das derzeit stärkste schachspielende Ehepaar sind der Pole Radosław Wojtaszek und die Russin Alina Kaschlinskaja. Natürlich sind sie oft gemeinsam unterwegs, beispielsweise beim Sparkassen Chess Meeting 2017 in Dortmund, das Wojtaszek vor Kramnik und Co. gewann. Beim Open auf der Isle of Man waren sie ebenfalls – seit einigen Jahren kann man dort nicht nur Motorrad fahren, sondern auch hochkarätig Schach spielen (pikanterweise von einer Pokerdynastie gesponsert). Während Radosław vor der versammelten Weltelite siegte, darunter die Ex-Weltmeister Kramnik und Anand, und dafür 38.000 englische Pfund erhielt, gewann Alina den Preis als beste Dame und besserte so die Haushaltskasse um weitere 7000 englische Pfund auf, wobei sie Weltklassespieler wie Lewon Aronjan hinter sich ließ.

Mit welch schöner "geometrischer" Opferkombination gewann sie als Schwarze gegen den kasachischen Großmeister Rinat Jumabayev?

Lösung aus Nr. 3:

Welcher schwarze Paukenschlag gewann sofort?

Auf das Damenopfer 1...Dxd5! 2.exd5 Lf5+ 3.Dc2 (3.Kc1 Ta1 matt) nahm Schwarz indes nicht schnöde die Dame, sondern knüpfte mit 3...Ta1+! 4.Kxa1 Lxc2 ein Mattnetz – 5...Ta8 matt ist nicht zu verhindern