Der Hashtag #Teilchengate kennzeichnet eine Recherche, die einen der größten Konsumskandale der vergangenen Jahre ans Licht gebracht hat: Beim Bäcker findet man als Kunde kaum noch Brötchen! Stattdessen deutet man mit dem Finger und mit einem unsicheren "Das da" auf den Lippen verschämt auf all die Dinkelkrüstchen, Schokowuppis und Röggelchen, die man nicht bei ihren infantilen Namen nennen will, weil man ein erwachsener Mensch ist und kein grenzdebiler Teletubby auf Freigang in der Wirklichkeit. Doch als ob das allein nicht schlimm genug gewesen wäre, folgt nun Teil zwei der Recherche.

Nach Informationen der Verbraucherzentralen kennen deutsche Bäcker auch bei größeren Produkten keine Gnade. Wo früher Weizen- und Vollkornbrote einträchtig nebeneinander lagen, drängeln sich nun Kornvitalbrote, Fitnessbrote und Powerbrote. Experten zufolge soll das nicht nur davon ablenken, dass die meisten davon noch immer aus gewöhnlicher Massenbrothaltung stammen. Nein, die perfide Marketingstrategie dichtet den Backwaren darüber hinaus gesundheitsfördernde oder gar leistungssteigernde Eigenschaften an. So wurden bereits Joggingbrote gesichtet. Ein Bäcker aus dem thüringischen Buttstädt hält für seine offenbar etwas weniger trainierte Kundschaft Nordic-Walking-Brote bereit. Sportlerbrote sind verbreitet (disziplinübergreifend, aber ohne E-Sport und Schach). Die genaue Abgrenzung ist jedoch teilweise schwierig und führt spätestens bei der Unterscheidung von Low-Carb-Broten und Lower-Carb-Broten zu maximaler Verzweiflung, weil sich nicht genau sagen lässt, welches nun weniger Kohlenhydrate hat und ob ein Eiweißbrot (unbelegt) nicht die bessere Wahl wäre.

Um die wahren Ausmaße des Phänomens zu enthüllen, bitte ich meine Leser um Hilfe: Melden Sie via Twitter absurde Brotnamen aus Ihrer Region unter den Hashtags #Backpapers, #Teigfiles oder #Brotnamenleaks.