Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Gute Nachrichten von der Freizeitfront. Der Karfreitag müsse künftig allen Religionsgruppen als Feiertag zugestanden werden, urteilte der Europäische Gerichtshof. Richtig, warum sollten nur Protestanten und Altkatholiken dieser festliche Anlass zustehen? Doch Geld ist nicht alles. Was ist etwa mit muslimischen Bräuchen wie dem Fest des Fastenbrechens? Dafür wäre das heimische Klientel sicher zu begeistern. Nicht zu vergessen Buddhas Geburt am 8. April oder die Feier seiner Erleuchtung im Mai. Letzteres können auch Angehörige anderer Religionen dringend gebrauchen. Ebenso bietet der Hinduismus Möglichkeiten, die Arbeit still und leise niederzulegen. So etwa das schöne Neujahrsfest Makar Sankranti am 14. Jänner, das man mit dem westlichen Neujahrstag zu zweiwöchigen Ferien verbinden könnte. Nahtlos wäre dann der vorgezogene Waitangi-Tag zu begehen, als Würdigung der hier ansässigen Maori. Mit Tanz und bunten Kostümen ist das Fest einem österreichischen Frühschoppen nicht unähnlich. Anschließend muss ohnehin Ostern begangen werden. Im Sommer sind Feiertage leider etwas dünn gesät. Da müsste die Glaubensgemeinschaft der Atheisten einspringen, etwa mit dem Todestag von Friedrich Engels am 5. August. Zudem gäbe es das Shinto-Fest Tanabata, das an die rührende Geschichte zweier Sterne erinnert, die sich endlich treffen. All den Bediensteten der japanischen Restaurants sei Dank dafür. Der Herbst wäre bis zum Weihnachtsfest mit jüdischen oder afrikanischen Feiertagen aufzufüllen. So entstünde ein fast komplett arbeitsfreies Jahr. Und die letzten Arbeitstage könnte man dem Heiligen Owezarius, dem Schutzpatron der Arbeitsvermeider, widmen. Es erstaunt, dass im Land der Feiertagsweltmeister noch niemand auf diese Ideen gekommen ist.