Nach der Energie verschwendenden Glühbirne und der hässlichen, schadstoffhaltigen "Energiesparlampe" gab es endlich eine saubere, effiziente Alternative. Zehnmal so viel Licht bekommt man pro Watt aus einer Lampe mit Leuchtdioden (LED) in ihrem Inneren.

Aber nun dies! "LED-Lampen schädigen die Augen", hieß es im vergangenen Jahr in diversen Artikeln und Fernsehsendungen. Während alte Glühbirnen ebenso wie die Sonne Licht in einem breiten Farbspektrum abstrahlen, wird das Weiß der LED-Lampe erzeugt, indem wenige Einzelfarben gemischt werden, eine davon ist Blau. Und dieses blaue Licht soll die Makula-Degeneration fördern, eine unumkehrbare Schädigung der Netzhaut: Die Kritiker berufen sich auf eine französische Studie an Ratten, die im LED-Licht entsprechende Symptome entwickelt hatten.

Dazu muss man erstens sagen: Es ist stets problematisch, Ergebnisse aus Tierversuchen auf den Menschen zu übertragen. Zweitens ist die Dosis in diesem Fall sehr wichtig, und die Laborratten wurden direkt mit starkem Licht bestrahlt – auch das "gesunde" Tageslicht kann die Netzhaut zerstören, etwa wenn man direkt in die Sonne schaut.

Wie ist es also unter gewöhnlichen Bedingungen? Eine Studie aus der Schweiz kam vor drei Jahren zu dem Ergebnis, es gehe von den LEDs keine Gefahr aus. Insbesondere Kinder sollten einen gesunden Abstand zu den Lampen halten, dann seien keine Schäden zu erwarten. Aber letztlich nehmen wir, wie bei allen technischen Neuerungen, an einem Großversuch zu möglichen Risiken teil.

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