Als Rocio Figueroa das erste Mal versuchte, auf ihren Missbrauch durch einen Priester aufmerksam zu machen, erntete sie in ihrer Kirche ein müdes Lächeln. Gut 30 Jahre ist das nun her, dass sich die Peruanerin überwand, zu einem Priester zu gehen, um ihm zu erzählen, wie sie in ihrem Orden in Lima von einem Vikar sexuell missbraucht worden war. Wie der Mann sie, ein Mädchen von 15 Jahren, gestreichelt und betatscht habe, immer wieder. Wie er ihr eintrichterte: Sie solle sexuelle Selbstbeherrschung lernen bei intimen Berührungen, das erwarte Gott von einer frommen Frau. Figueroa rang sich durch, einem anderen Geistlichen alles anzuvertrauen, obwohl sie sich selbst schuldig und schmutzig fühlte. So erinnert sie sich heute.