Sie ist spät dran. Irgendwas frisst immer Zeit, der Job, die Kinder, das Kuddelmuddel des Alltags. Es dämmert schon, flackernd springen die Laternen an, als die Frau im Berliner Regierungsviertel vom Fahrrad steigt, das Schloss einrasten lässt und ihren Rucksack schultert. Sie eilt zum Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, einem Büro-Betonriegel, der sich neben dem Reichstag über die Spree spannt. Schon von draußen kann sie die anderen sehen: Professoren, Chefärzte, Verbandsführer, im Licht hinter den Fenstern wie Spielzeugfiguren zu Gesprächsgruppen arrangiert.