Gudrun Wurlitzer will den Verkauf von Kunst erleichtern. © PR

Der Kunstmarkt boomt, davon möchten auch die Sammler profitieren. Doch Verkaufen ist gar nicht so einfach, hat die Berliner Architektin Gudrun Wurlitzer gemerkt: "Wer keine Werke hat, um die sich alle reißen, macht in Auktionshäusern und Galerien oft Verluste." Der Preis, den man einst für die Kunst bezahlt habe, ließe sich selten wieder erzielen – selbst wenn es sich um Werke prominenter Künstler handle.

Vergangenen Dezember reagierte Wurlitzer darauf mit der Gründung von artcrater.com, einer Internetplattform für Sammler, auf der verkauft und auch gekauft werden kann. Diskret, denn nur wer sich anmeldet und als Sammler identifizierbar ist, kann das Angebot sehen. Und vergleichsweise günstig: Während Auktionshäuser teils hohe Transportgebühren verlangen, werden beim jungen Start-up nur fünf Prozent nach erfolgtem Verkauf fällig. Die gleiche Summe zahlt ein Käufer, während Auktionshäuser rund 30 Prozent Provision auf den Zuschlagspreis verlangen.

Gudrun Wurlitzer sieht Artcrater als eine Art "Schutzzone" für sich und andere Sammler. Und für die Künstler. Sie erinnert daran, dass "über ein Viertel der Arbeiten, die in Auktionshäusern angeboten werden, unverkauft zurückgehen". So entstehe der Eindruck, die Kunst sei liegen geblieben, nicht nachgefragt, vielleicht sogar mittelmäßig. Ein Makel, von dem sich manche Werke kaum noch erholen.

Seit Dezember hat die Website 200 Mitglieder gewonnen, die Preise der verfügbaren Werke rangieren zwischen 5.000 und 385.000 Euro (für ein Bild von Georg Baselitz). Gefragt sind vor allem die bekannten Namen: Neo Rauch, Alicja Kwade, Katharina Grosse und Jonathan Meese führen die Liste der gesuchten Werke an.