Glücklich stand er im Konfettiregen: der neue und alte Schachweltmeister Magnus Carlsen (28) aus Norwegen. Lange hatte er beim WM-Kampf in London gegen seinen amerikanischen Herausforderer Fabiano Caruana (26) zittern müssen, wie schon gegen den Russen Sergej Karjakin 2016 musste er bei Gleichstand nach zwölf Partien in den Tiebreak mit Schnellschachpartien. Doch hier, wo es mehr auf Intuition als auf Berechnung ankommt, war er klar überlegen und gewann alle drei Partien. Nicht nur im klassischen Schach, sondern auch im Schnell- und Blitzschach führt er die Weltrangliste an – und je schneller es wird, desto deutlicher sein Vorsprung.

Dennoch ist er, Weltmeister seit 2013, wohl etwas "titelmüde". Auf die Frage nach seinem Schachidol antwortete er: "Mein Lieblingsspieler der Vergangenheit, das bin ich selbst – vor drei, vier Jahren." Das jahrelange Sich-an-der-Spitze-Behaupten zehrt an den Kräften. Carlsen: "Es ist leichter, Weltmeister zu werden, als Weltmeister zu bleiben." Genauso hatten es schon seine Vorgänger auf dem WM-Thron Boris Spasski und Wladimir Kramnik gesagt – Spasski meint gar, jedes Jahr als Weltmeister koste ein bis zwei Jahre Lebenszeit.

In der zweiten Stichkampfpartie drohte Caruana, sogar mit einem Läufer mehr, mit der Springergabel auf e7, weshalb seine angegriffene Dame tabu ist. Doch nach einem genialen, stillen (!) Antwortzug Carlsens als Schwarzer gab er schon auf.

Was war’s?

Lösung aus Nr. 8:

Wie erzielte Weiß kombinatorisch entscheidenden Vorteil?

Nach dem Damenopfer 1.Dxd6! (besser als 1.Txh6 oder 1.Txc8+ Dxc8 2.Dxd6 Sg4) Dxd6 2.Txc8+ Kg7 3.Sf5+ Kg6 4.Txh6+! Txh6 5.Sxd6 hatte Weiß bei besserer Stellung zwei Bauern mehr