Haushaltshilfen

Kapuzineraffen knipsen Lichtschalter an, bedienen Telefone oder öffnen Flaschen – für Menschen mit körperlichen Behinderungen. Weil sie intelligent, freundlich und sehr sozial sind, gelten sie als gute Mitbewohner. Tierschützer protestieren: Das Leben in Privathaushalten sei für Affen nicht artgerecht.

Pharmaproduzenten

Der Asiatische Marienkäfer kam Ende des 20. Jahrhunderts nach Europa und tritt hier inzwischen in Massen auf. Er produziert einen Stoff namens Harmonin, der im Labor gegen Tuberkulose und Malaria wirkt. Wissenschaftler versuchen, daraus Medikamente zu entwickeln.

Luftraumüberwacher

Damit Flugzeuge sicher starten und landen können, müssen nicht nur die Fluglotsen ihre Arbeit tun, sondern auch Greifvögel. Abgerichtete Falken und Bussarde vertreiben Tauben oder Krähen, damit die nicht mit Flugzeugen zusammenstoßen. Allein die Greifvogelsilhouette am Himmel reicht aus, um kleinere Vögel zu verscheuchen.

Minensucher

In 30 Minuten kann eine trainierte afrikanische Riesenhamsterratte ein etwa tennisplatzgroßes Gebiet nach Minen absuchen. Ein Mensch bräuchte dafür bis zu vier Tage. Die Tiere eignen sich gut, weil sie leicht zu trainieren sind und sehr gut riechen können. Außerdem wiegen sie so wenig, dass sie keine Mine auslösen können.

Biodetektive

Bienen helfen an Flughäfen, die Luftqualität zu überwachen. Von ihrem Stock aus sammeln sie Nektar und Blütenstaub. Dabei kommen sie mit Luftschadstoffen in Kontakt. Imker ernten regelmäßig das Resultat, das dann im Labor auf Schadstoffe untersucht wird. Nebenprodukt: ein (hoffentlich) schadstoffarmer, auf jeden Fall aber gut kontrollierter Honig.

Schädlingsbekämpfer

Zwölf Mäuse pro Tag kann eine Katze fangen – wichtig auf dem Bauernhof! Der Landwirt muss sich aber auch um sie kümmern: Impfungen und regelmäßige Entwurmungen sind nötig, ein Katzenklo und ein warmer Schlafplatz auch. Außerdem sollte er sie sterilisieren lassen. Sonst kann sie keine Mäuse mehr jagen, sondern muss sich um den Nachwuchs kümmern.

Hauttherapeuten

Knabberfische werden jene Saugbarben genannt, die schon seit über 200 Jahren bei Hautkrankheiten wie Psoriasis eingesetzt werden: Menschen steigen zu ihnen ins Wasser, um sich Hautschuppen abknabbern zu lassen. Ihr Einsatz ist umstritten, denn man weiß nicht, ob er den Patienten nutzt – und ob die Fische nicht Krankheiten übertragen.

Lastträger

Reliefbilder aus dem Indus-Tal lassen vermuten, dass Elefanten dort seit etwa 3500 v. Chr. Lasten trugen. Noch heute arbeiten sie etwa in Asiens Wäldern, unterstützen die Aufräumarbeiten nach Naturkatastrophen oder helfen in bergigem Gelände, wo Maschinen nicht einsetzbar sind. Die Größten tragen bis zu 500 Kilogramm.

Lebensretter

Hunde können trainiert werden, Menschen in Trümmern oder unter Lawinen zu finden. Wasserrettungshunde schwimmen so gut, dass sie im Team mit einem Rettungsschwimmer Ertrinkende oder kleine Boote aus dem Wasser ziehen können. Dabei starten sie vom Land aus oder springen sogar aus einem Hubschrauber.

Modemacher

Am Anfang eines Kleides aus Naturseide steht die Raupe des Seidenspinners. Nach wochenlanger Fütterung mit Maulbeerbaumblättern spinnt sie einen Seidenfaden als Kokon um ihren Körper. Zuletzt muss die verpuppte Raupe ihr Leben lassen, damit der drei Kilometer lange Faden abgewickelt werden kann. Etwa 1700 Kokons sind nötig für ein einziges Kleid aus Naturseide.

Multifunktionsviecher

Rinder haben eine enorme kulturhistorische Bedeutung, denn sie trugen dazu bei, dass der Mensch sesshaft wurde und Ackerbau betreiben konnte. Rinder sicherten nämlich nicht nur Fleischreserven und sorgten für Milch, Tierhäute und Produkte für Werkzeuge, sie halfen auch als Zug- und Lasttiere beim Ackerbau und lieferten den Dünger.

Forschungshelfer

Fast 1,4 Millionen Mäuse wurden 2017 in Deutschland in Tierversuchen eingesetzt. Sie sind der Wissenschaft eine große Hilfe, sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der Entwicklung neuer Heilverfahren und Medikamente. Tierschützer fordern den Einsatz von Alternativmethoden: Vermehrter Gebrauch von Zellkulturen und von computergestützten Verfahren könnte vielen Tieren Leid ersparen.

Postboten

Tauben überbrachten schon bei den Sumerern und Ägyptern Nachrichten. Und die Nachrichtenagentur Reuters verdankt ihren Erfolg auch Tauben. Paul Julius Freiherr von Reuter setzte sie 1850 ein, um die Telegrafenleitung zwischen Aachen und Brüssel zu überbrücken, die damals noch nicht fertiggestellt war. Die Vögel stellten Nachrichten schneller zu als Eisenbahnkuriere. Brieftaubenzüchter zahlen heutzutage für die besten Exemplare mehrere Hunderttausend Euro – pro Tier.

Wühlkommando

Früher erschnupperten Schweine Trüffel. Weil sie beim Wühlen großen Schaden anrichten und ihre wertvollen Funde gern selber fressen, haben inzwischen Hunde ihren Job übernommen. Wildschweine helfen bei der Verbreitung: Sie fressen den edlen Pilz und scheiden seine Sporen aus.

Illustration: Haika Hinze
Recherche: Ragnhild Schweitzer

Quellen für alle Grafiken auf dieser Seite: apopo.org; Asian Captive Elephant Working Group; Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft; bee-careful.com; biologiezentrum.at; DLRG; Eidgenössisches Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen; Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft; Hamburg Airport; katzenmedizin.info; kuh-projekt.de; monkeyhelpers.org; pigeon.org; Tierschutzbund.de; ZEIT 39/05