Ist Ihnen auch aufgefallen, dass die Politik plötzlich nur noch eine Richtung kennt: nach vorn? Die einen wollen "nur noch nach vorn schauen", die anderen "Probleme nach vorn auflösen" und Dritte sogar "nach vorn denken". Dieser aggressive Nachvornismus könnte angesichts der AfD und der Vogelschisse der Geschichte leicht nach hinten losgehen. Und deshalb schaue ich jetzt nicht nach vorn, sondern nach oben, zu den Sternen – und darüber hinaus.

Die Anziehungskraft eines Schwarzen Lochs, wer wüsste das nicht, ist nicht nur stark genug, um das Licht zu verformen, sondern auch die Zeit. Je näher man einem Schwarzen Loch kommt, desto langsamer vergeht sie. Nach vorn gedacht, bedeutet dies: Wenn die CSU ihr Problem mit Verkehrsminister Andi Scheuer nach vorn auflösen will, muss sie ihn nur für einen Tag in die Korona des nächstgelegenen Schwarzen Lochs verfrachten – und schon haben wir hier unten 28 Jahre Ruhe. Das nächste Schwarze Loch befindet sich übrigens in Oberneukirchen am Inn: Dort besitzt die CSU immer noch eine Anziehungskraft von 66 Prozent. Das heißt: Die Zeit steht in Oberkirchen nicht still. Sie existiert dort gar nicht. Nach vorn schauen endet also da, wo Andi Scheuer beginnt.