© Rowohlt

1 (-) Frank Biess: Republik der Angst. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik
Rowohlt; 624 S., 22,– €

Ob in der Nachkriegszeit die Bedrohung eines nuklearen Krieges oder im 21. Jahrhundert die Furcht vor Terrorismus und Einwanderung – die Bundesrepublik hat sich schon immer als Angstnation definiert. Diese Hypothese belegt der kalifornische Geschichtsprofessor Frank Biess. Er erzählt die Geschichte der BRD als eine Geschichte kollektiver Ängste. Findet diese Ära bald ihr Ende? 118 Punkte



© C. H. Beck

2 (8) Florian Meinel: Vertrauensfrage. Zur Krise des heutigen Parlamentarismus
C. H. Beck; 238 S., 16,95 €

Keine Institution wurde in Deutschland so oft totgesagt wie das Parlament. Populisten verabscheuen es und fordern mehr direkte Demokratie. Ist der Bundestag nur dazu da, dem Willen der Regierung zu gehorchen? Der Jurist Florian Meinel analysiert die Bedrohungen für den Parlamentarismus und liefert Vorschläge, wie er sich reformieren muss, um die Angriffe zu überstehen. 87 Punkte



© C. H. Beck

3 (8) Frank Bösch: Zeitenwende 1979: Als die Welt von heute begann
C. H. Beck; 512 S., 28,– €

1979 war das große Jahr der politischen Krise. Es häuften sich die Umbrüche: im Iran, in Großbritannien mit Thatchers neoliberalem Kurs, in Afghanistan mit dem Einfall der sowjetischen Truppen. Nur ein zufälliges Zusammentreffen? Oder gibt es einen Zusammenhang? Der Historiker Frank Bösch begreift 1979 als Schlüsseljahr für die Gegenwart und beschreibt die Gründe hierfür. 36 Punkte



© Hoffmann und Campe

4 (-) Francis Fukuyama: Identität
Aus dem Englischen von Bernd Rullkötter; Hoffmann und Campe; 240 S., 22,– €

Francis Fukuyama hat den Satz geprägt, dass sich nach dem Fall der Mauer allerorts die Demokratie durchsetzen werde und das Ende der Geschichte nah sei. In seinem neuen Buch korrigiert der Geschichtsprofessor die These und erklärt, warum die liberalen Demokratien sich auf dem Rückzug befinden. Als Heilmittel schlägt er vor, dem menschlichen Bedürfnis nach klaren Identitäten entgegenzukommen. 34 Punkte

Daniel Mendelsohn: Eine Odyssee: Mein Vater, ein Epos und ich © Siedler

5 (–) Daniel Mendelsohn: Eine Odyssee: Mein Vater, ein Epos und ich
A. d. Engl. v. Matthias Fienbork; Siedler; 352 S., 26,– €

Jay Mendelsohn ist 81 Jahre alt, pensionierter Mathematiker und ein Vater, der sich von seinem Sohn emotional distanziert hat. Eines Tages beschließt er, einen Uni-Kurs seines Sohnes zum Thema "Homers ›Odyssee‹" zu besuchen. Die Begegnung lenkt die Vater-Sohn-Beziehung in neue Bahnen und führt nebenbei zu einer faszinierenden Reise durch die Welten des griechischen Klassikers. 32 Punkte




© Hanser Berlin

6 (–) Lisa Herzog: Die Rettung der Arbeit. Ein politischer Aufruf
Hanser Berlin; 224 S., 22,– €

Die Formen der Arbeit verändern sich. Immer häufiger übernehmen Roboter einfache Aufgaben und ersetzen den Menschen. Die künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch und revolutioniert den Arbeitsmarkt. Die Philosophin Lisa Herzog zeigt Wege, wie sich die Gesellschaft auf den Wandel vorbereiten kann. Ihr Credo: Wir dürfen die Bedingungen der Arbeit nicht den Märkten überlassen. 31 Punkte




© Kunstmann

6 (–) Michael Pollan: Verändere dein Bewusstsein
A. d. Engl. v. Thomas Gunkel; Kunstmann; 450 S., 26,– €

Durch T. C. Boyles neuen Roman Das Licht ist die Droge LSD wieder in aller Munde. Forscher beschäftigen sich schon lange mit der Frage, ob kleine Mengen LSD für den Menschen heilsam sind. Der amerikanische Journalist Michael Pollan erzählt die Geschichte der Droge, schildert den Stand der Forschung und befragt Erfahrungsberichte: Hat LSD einen Platz in der Mitte der Gesellschaft? 31 Punkte




© Matthes & Seitz

6 (4) Felwine Sarr: Afrotopia
Aus dem Französischen von Max Henninger; Matthes & Seitz; 176 S., 20,– €

Die Stereotype über Afrika halten sich zäh: für die einen Elendsgebiet, für andere Reservoir an exotischen Fantasien. Felwine Sarr hat ein Manifest geschrieben, das mit den Klischees aufräumt. Der senegalesische Schriftsteller geht dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur auf dem Kontinent nach – herausgekommen ist eine Utopie, die das Zeitalter des Afrofuturismus heraufbeschwört. 31 Punkte




© C. H. Beck

9 (–) Christoph Türcke: Digitale Gefolgschaft: Auf dem Weg in eine neue Stammesgesellschaft
C. H. Beck; 251 S., 16,95 €

Bei Plattformen wie Twitter, YouTube und Facebook handele es sich nicht um Informationsportale, sondern um Clanräume von digitalen Stammesgesellschaften, warnt der Philosoph Christoph Türcke und erklärt, warum die digitalen Medien eine Brutstätte für Despotismus und Populismus sind. Er benennt die Gefahren und zeigt Wege aus der digitalen Einbahnstraße. 30 Punkte



© Insel

9 (–) Kia Vahland: Leonardo da Vinci und die Frauen: Eine Künstlerbiographie
Insel; 348 S., 26,– €

Leonardo da Vincis wegweisende Ideen zu Naturgeschichte, Schöpfung und Kunst beziehen sich auf Formen und Vorstellungen der Weiblichkeit. Woher kommt diese Fixierung? Die Journalistin Kia Vahland befasst sich in ihrer Biografie mit dem Werk Leonardos und zeigt, warum seine Kunst als Meilenstein in der Emanzipationsgeschichte der Frauen gelesen werden muss. 30 Punkte



© Matthes & Seitz

9 (–) Sophie Wennerscheid: Sex machina: Zur Zukunft des Begehrens
Matthes & Seitz; 240 S., 24,– €

Die Liebe zwischen Mensch und Maschine ist nicht neu. Erstmals kann sie allerdings auch sexuell ausgelebt werden. Immer mehr elektronische und digitale Sexpuppen drängen auf den Markt und verändern die Bedingungen der menschlichen Sexualität. Was heißt es nun, eine Maschine zu begehren? Die Literaturwissenschaftlerin Sophie Wennerscheid plädiert für einen entspannten Umgang mit der Technik. 30 Punkte