Am 29. März, dem Tag, an dem Großbritannien planmäßig die Europäische Union verlassen soll, können mehrere Dinge passieren: Nichts. So gut wie nichts. Oder der abrupte Sturz des Landes aus über vierzig Jahren gewachsenen Rechts- und Handelsbeziehungen, mit unvorhersehbaren Folgen.

In der kommenden Woche, vom 12. März an, soll das britische Parlament die entscheidenden Weichen stellen. Zunächst wird es noch einmal über den Ausstiegsdeal abstimmen, den Premierministerin Theresa May mit der EU verhandelt hat. Sollten die Nachbesserungen überzeugen, könnte das Königreich die EU auf Grundlage dieses Abkommens verlassen; während einer 21-monatigen Übergangsfrist bliebe es Teil der Zollunion und des Binnenmarktes, würde aber sein Stimmrecht in Brüssel verlieren. Das wäre die "So gut wie nichts"-Option. Überhaupt nichts passiert am 29. März, wenn das Parlament Mays Deal ablehnt und den Brexit verschiebt. Dann wäre es auch denkbar, dass ein zweites Brexit-Referendum angesetzt wird.

Die vierte Möglichkeit ist: Mays Deal scheitert, und das Parlament kann sich auf keine Alternative einigen. Dann könnte es zum "Braccident" kommen, zum Ausstieg ohne Deal – obwohl das eigentlich so gut wie niemand will.

© ZEIT-Grafik: Doreen Borsutzki; Figur oben: frei nach "Monty Python's Flying Circus"