Im Sommer 1912 verbrachten Franz Kafka und sein Freund Max Brod sechs Tage in Weimar und erwiesen jenem deutschesten Dichter, der mehr als ein halbes Jahrhundert dort gelebt hatte, ihre Reverenz. "Kafka mit Andacht über Goethe sprechen zu hören – es war, als spreche ein Kind von seinem Ahnherrn, der in glücklicheren, reineren Zeiten und in unmittelbarer Berührung mit dem Göttlichen gelebt habe", schrieb Brod später.