Nach ein paar Stunden, die man damit verbracht hat, sich durch die Musik der letzten Jahrhunderte zu wühlen, würde man gern mal kurz in die Zukunft blättern: Wie lange wird es noch dauern, bis Algorithmen ebenso kluge Klassik-Playlists zusammenstellen können wie Menschen? Der Unterschied, der im Pop längst marginal ist, ist in der Klassik noch frappierend groß. Werden wir künftig überhaupt noch in der Lage sein, ein Stück bis zum Ende zu hören? Man kann ja schon jetzt jede Aufnahme sofort mit unzähligen anderen Einspielungen desselben Werks vergleichen und tut es natürlich auch. Bei Bachs Goldberg-Variationen sind es mehr als 100, und wer sagt denn, dass es neben Glenn Gould oder Rosalyn Tureck nicht auch noch andere interessante Interpreten gibt?