Die Diele im Hause Moltmann dient als Empfangszimmer. Von hier aus sind alle Zimmer des Erdgeschosses einzusehen: das Wohnzimmer mit Blick auf das Neckartal, die Küche, das Arbeitszimmer. Zwei Ottomanen stehen bereit – so als wäre das Interview eine übliche Angelegenheit, für die man Mobiliar anschafft. Moltmann spricht langsam, aber präzise. Eine Stunde Gespräch ist vereinbart, nach genau einer Stunde verabschieden wir uns wieder. Die Vermutung, der schnelle Abschied könnte mit der begrenzten Energie eines 92-Jährigen zusammenhängen, zerschlägt der Theologe: Noch im März plane er erneut nach Korea zu reisen.